Music Review | verfasst 19.09.2014
Aphex Twin
Syro
Warp Records, 2014
Text Jens Pacholsky
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8.4
Nutzer (14)
9.3
Redaktion
Cover Aphex Twin - Syro

Heureka! Weihnachten, Ostern und Kindertag fallen heute auf einen Tag! Aphex Twin ist zurück und zeigt uns in guter alter Manier, wie egal ihm die Stimmen und Erwartungen dort draußen sind. Nun muss vorweg ein wenig eingeschränkt werden, wenn vom ersten Album seit 13 Jahren die Rede ist. Man sollte den dicken »Analord«-Ordner als AFX nicht vergessen, der 2005 Tracks für gut vier Alben umfasste. Hinzu kommen die »Confederation Trough EP« und »Rush-Up Edge« als The Tuss von 2007. Diese Veröffentlichungen sind nicht nur deshalb so wichtig, weil sie beweisen, dass Richard D. James alles andere als untätig war. Sie bilden auch eine klare Referenz für sein neues Album »Syro« unter seinem bekanntesen Künstlernamen Aphex Twin. Analoge Synthspuren flirren hyperaktiv. Acid formt Zuckerfiguren. Zerschnittene Rhythmen formieren sich zu funky Beat-Stolpersteinen. Melodien betten uns wie Prinzessin auf der Erbse. James hat selbst in aktuellen Interviews erklärt, dass das Album eine Art Schlussstrich für ihn bedeutet. Das Paket beschließt sein Musikschaffen der Nullerjahre, in denen er mit Analord und The Tuss die analoge elektronische Musik in kunterbuntem Acid Funk erneuerte. Weg von all den digitalen Plug-ins – hin zum Schrauben, Drehen und Kabel umstecken. So ist »Syro« auch alles andere als der große Meilenstein, den die Welt nach all den Jahren erwartet hat. Es ist vielmehr ein »clearing out my closet«. Ein verspäteter Frühjahrsputz für all die neuen Ideen, die auf Umsetzung warten. Nichtsdestotrotz verrät bereits die massige Setup-Liste mit 138 Synthesizern, dass der Teufel auf »Syro« im Detail steckt. Kleine Brüche hier, versteckte Melodien dort. Jeder Track windet sich durch seine eigene kleine Evolution und lässt Spezies-Ideen im Minutentakt aufleuchten und vergehen. Selbst wenn Richard D. James mit »Syro« rein formell die elektronische Musikwelt nicht so sehr revolutioniert, wie er es in den 1990er Jahren tat. »Syro« ist dennoch Richard D. James in Höchstform. Jeglicher Enthusiasmus für diese Veröffentlichung ist absolut gerechtfertigt.

Das Album »Syro« von Aphex Twin findest du bei hhv.de: 3LP, CD
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