Music Review | verfasst 24.09.2014
Olivia Louvel
Beauty Sleep
Cat Werk, 2014
Deine Bewertung:
8.5
Nutzer (2)
7.7
Redaktion
Cover Olivia Louvel - Beauty Sleep

Die Karriere Olivia Louvels begann im Zirkus. Die ausgebildete Sängerin präsentierte drei Jahre lang im Les Arts Sauts das Meredith-Monk-Stück »Madwoman’s Vision« – in der schwindelerregenden Höhe von zwölf Metern. Seitdem ist sie zunehmend bodenständiger geworden, hat bei zahlreichen Projekten – unter anderem Recoil, dem Projekt des ehemaligen Depeche Mode-Mitglieds Alan Wilder – mitgewirkt und war als Solo-Künstlerin aktiv. Obwohl oder gerade weil ihr Hauptinstrument der Computer ist, befasst sich die Produzentin und Performerin auf ihrem neuen Album »Beauty Sleep« mit Animalismus, einer Weltanschauung laut der Menschen nichts weiter als Tiere und damit Teil des natürlichen Ganzen sind. Auf elf Tracks beschwört Louvel mit allen Mitteln der Sangeskunst ihre animalistische Seite herauf. Vor sparsam instrumentierten elektronischen Beats kreischt, stöhnt, croont, schluchzt, jammert und krächzt die Französin mit einer Vehemenz, die ihres Gleichen sucht – und schafft trotzdem den Brückenschlag zur Eingängigkeit. »Beauty Sleep« ist ähnlich vielseitig und ambivalent wie Louvels beeindruckende stimmliche Performance: Mal harmlos und verschmust, mal zähnefletschend und brandgefährlich. Und als würde dieses schamanistisch anmutende Ritual nicht schon genug Bilder evozieren, komplementiert Louvel das Album auf ihrer Homepage zusätzlich mit experimentellen Kurzfilmen. Ein rundes Gesamtpaket mit ganz eigenem Charakter.

Das Album »Beauty Sleep« von Olivia Louvel findest du demnächst bei hhv.de.
Dein Kommentar
1 Kommentare
24.09.2014 17:42
Dennis:
Für mich eines der besten Alben des Jahres. Eine himmlische Stimme, anspruchsvolle Sounds, dazu eine glasklare Produktion! Großartiges Hörvergnügen !
― antworten
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