Music Review | verfasst 03.10.2014
Hieroglyphic Being & the Configurative Modular Me Trio
The Seer of Cosmic Visions
Planet Mu, 2014
Text Tim Caspar Boehme , Übersetzung Julia Frohn
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Redaktion
Cover Hieroglyphic Being & the Configurative Modular Me Trio - The Seer of Cosmic Visions

Afrofuturismus hat sich als Sammelbecken musikalischer Utopie-Entwürfe bis heute eine Frische bewahrt, die man seinem europäischen Gegenpart nicht immer attestieren kann. Vielleicht liegt das auch an der Vielfalt seiner Erscheinungsformen. Jamal Moss alias Hieroglyphic Being gebührt dabei das Verdienst, nicht nur eine futuristische Variante der House-Music maßgeblich vorangetrieben zu haben, sondern in seiner Musik selbst eine Vielzahl von Einflüssen zu verarbeiten, die zu einem ziemlich unverwechselbaren Sound geführt haben: Neben House gibt es bei ihm Elemente von Industrial, EBM, Detroit Techno, ferner freiere Formen des Jazz und Noise. »The Seer of Cosmic Visions« versammelt eine Reihe seiner früheren Produktionen. Diese können eine fast undurchdringliche Dichte erreichen, insbesondere in den brachial-energischen Nummern – vom Titelstück bis zu den verzerrten tribalistischen Rhythmen von »A Genre Sonique«, die gemeinsam mit irrlichternden Effekten die Körper der Hörer attackieren. Ferner gibt es introspektivere Momente, etwa die Sun Ra-Hommage »Space Is the Place«, in der sich glockenartige Klänge mit einem unauffällig insistierenden Beat verbinden. Moss vergisst darüber nie den Funk als Fundament, um seine psychedelischen Weltraumexkursionen zu erden. Mit der Unterstützung von Planet µ könnte er jetzt ein etwas größeres Publikum finden. Zu wünschen wäre es ihm allemal.

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