Music Review | verfasst 28.10.2014
Hans-Joachim Roedelius
Tape Archive 1973-1978
Bureau B, 2014
Text Tim Caspar Boehme
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Redaktion
Cover Hans-Joachim Roedelius  - Tape Archive 1973-1978

Da war also noch was. Bei mehr als 40 Soloalben – die Platten mit Cluster, Kluster, Harmonia und anderen Projekten nicht mitgerechnet – wundert man sich dann doch, was Hans-Joachim Roedelius alles an unveröffentlichten Skizzen zu Hause hatte. Jetzt gibt es sie zum 80. Geburtstag des Meisters des besinnlichen Loops als große Box: Zweieinhalb Stunden Musik aus den Jahren 1973 bis 1978, der Zeit, als er mit seinem Cluster-Kollegen Dieter Moebius und Michael Rother eine Kommune in Forst im Weserbergland hatte und man als »Krautrock Super Group« Harmonia gemeinsame Sache machte. In dieser Phase führte Roedelius regelmäßig eine Art akustisches Tagebuch – einige Aufnahmen veröffentlichte er auf seinen »Selbstporträt«-Alben, doch es blieb ein Rest. Studien, die er damals an der Farfisa-Orgel machte. Dass die Stücke oft unfertig und ein bisschen rumpelig klingen, muss man in Kauf nehmen. Dafür bekommt man schöne Einblicke in die Werkstatt von Roedelius und seinen Kommunarden. So gibt es allein vom Song »By This River«, den Cluster zusammen mit Brian Eno für dessen Album »Before And After Science« von 1977 einspielten, vier instrumentale Vorarbeiten. An anderer Stelle erkennt man Fragmente aus Harmonia-Nummern oder eigenen Stücken von Roedelius. Man bekommt aber auch abstraktere Ansätze bei Roedelius präsentiert, etwa die düstere Tongeneratoren-Studie »Wohin rollst du Äpfelchen«. Als Vertiefung für Roedelius-Kenner bestens geeignet.

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