Music Review | verfasst 30.10.2014
Clark
Clark
Warp, 2014
Text Andreas Brüning
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Redaktion
Cover Clark - Clark

»Ship Is Flooding«. Maschinell grollend und mit schweren, dramatischen Klängen beginnt Chris Clark sein neues Album. »Winter Linn« fußt auf einem gemächlichen 80er-Wave-Beat, arbeitet mit gebrochenen elektronischen Sounds und perlenden Piano-Klängen. »Unfurla« ist dann komplett auf der Tanzfläche angekommen, verwendet aber auch recht raue epische Klänge und große Hallräume. Der nächste Track ist ein Piano-Solo, dass gegen Ende in einem digitalen Sturm untergeht. »Banjo« ist treibend und funky. Und genauso abwechslungsreich bleibt das Album bis zum Schluss. Mal trägt ein stark bearbeiteter Vokal-Sample die Musik, mal kombiniert Clark analoge und digitale Percussion-Sounds zu einem nervösen Track, mal siegen ein Glockenspiel und ein pathetischer Chor über einen schleifend brutalen Zeitlupenbeat und verzerrte Fanfarenklänge. Ohnehin weckt die Musik ständig irgendwelche Assoziationen oder Bilder, wirkt sehr cinematisch und bleibt doch meist tanzbar. »Petroleum Tinged« könnte gut Jules Vernes »20.000 Meilen unter dem Meer« untermalen, auch die anderen Tracks haben oft eine fast sakrale Unterwasser- oder Retro-Industrie-Stimmung, die schließlich in dem ätherisch beatlosen »Everlane« seinen Höhepunkt findet. Clarks sechstes Album ist sehr vielschichtig, detailverliebt und arbeitet wieder mit vielen interessanten Klängen und Texturen. Spannend und mit hohem Wiedererkennungswert.

Das Album »Clark« von Clark findest du bei hhv.de: 2LP
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