Music Review | verfasst 01.12.2014
Drexciya
Harnessed the Storm
Tresor, 2002
Text Tim Caspar Boehme
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8.4
Redaktion
Cover Drexciya - Harnessed the Storm

Die »Seven Storms«-Serie war der aberwitzig produktive Abgesang von Drexciya im letzten Lebensjahr von James Marcel Stinson, der einen Hälfte des Projekts, nach dessen Tod 2002 es auch mit Drexciya vorbei war. Sieben Alben veröffentlichte Stinson in gut zwölf Monaten, teils solo, teils gemeinsam mit Drexciya-Kollege Gerald Donald. Den numerischen – wenn auch nicht chronologischen – Anfang machte »Harnessed the Storm«, das einzige Album in der Reihe, das unter dem Namen Drexciya erschien. Thematisch orientieren sich die Tracks diversen Unwetterphänomenen: »Under Sea disturbances« beginnt mit Synthesizer-Gewitterdonner, »Digital Tsunami« peitscht heftige Electro-Wellen samt kompakter Staccato-Melodie über die Tanzfläche, und »Dr. blowfin’s black storm stabilizing spheres«, das Zentralstück der Platte, kreist im Auge eines Sturms mit kreisenden Subbässen, um die herum ein trocken synkopiertes Klackern wunderbar kontrastierende Fliehkräfte erzeugt. Die zweite Hälfte von »Harnessed the Storm«, beginnend mit »The plankton organization«, abstrahiert dann die Electro-Anteile von Drexciya mal mit mehr, mal mit weniger großem Erfolg. Dafür bietet »Lake haze« eine kurze Rückbesinnung auf den für das Duo typischen abgehackten Funk, über dem sich fast jazzige Synthesizer-Akkorde entfalten. Ein allemal fälliger Reissue.

Das Album »Harnessed the Storm« von Drexciya findest du demnächst bei hhv.de.
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