Music Review | verfasst 10.02.2015
Rebeval
Rebeval
L.I.E.S., 2015
Text Kristoffer Cornils
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Redaktion
Cover Rebeval - Rebeval

Das Interesse an L.I.E.S. hat abgenommen. So bedeutsam das New Yorker Label mit seinem Punk-Esprit und roughen Sounds für die musikalische Sprache des Jahres 2013 auch war: Spätestens im Folgejahr wendete sich das Blatt. Andere Hypes kamen, das Buzzword Outsider House kam niemandem mehr ohne einen kotzsäuerlichen Beigeschmack über die ironisch gespitzten Lippen. Wer gut doppelt so viele Platten herausbringt wie das Jahr Monate hat, der schwemmt neben wenigen Ausnahmen vor allem das Mittelmaß in die Crates. 2015 feiert Ron Morellis Lo-Fi-Imprint Fünfjähriges und hat sich zum Auftakt einen alten Bekannten geangelt: DJ Deep. Der hat als Betreiber von Deeply Rooted House den Pariser Jungspunden rund um My Love Is Underground den Weg geebnet und debütiert unter neuem Pseudonym mit einer EP. Rebeval benannte Cyril Etienne des Rosaies nach der Straße, von der aus er vor über 20 Jahren seine Radioshow in den Äther schoss. Was das mit L.I.E.S. zu tun hat? Wenig bis viel: Nachdem des Rosaies einen Archiv-Mix ins Netz lud und Morelli darauf einen Kommentar abließ, zeigte sich der Franzose dermaßen inspiriert, dass er stracks ins Studio stolperte und drei Killer-Tracks aufnahm. Allein der A-Seiten-Killer »Chantage« löst alle Versprechen ein, die L.I.E.S. in letzter Zeit kaum halten konnte – roh, auf den Punkt, mit einer mörderischen Bassline versehen und zwischen ätzendem House und jackendem Techno verortet. Instant-Floorfiller! »Brainiac« schüttet noch mehr Acid aufs Tapet der B-Seite, »B Is Nagging« aber räumt den Tisch erst richtig ab – ein psychedelisches Techno-Tool, das die härtesten Betonwände zum Schmelzen bringen wird. Da ist er, der Spirit, da sind sie, die roughen Sounds – so und nicht anders sollte L.I.E.S. 2015 klingen.

Die EP »Rebeval« von Rebeval findest du bei hhv.de: 12inch
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