Music Review | verfasst 24.02.2015
Weeping Rat
Tar
Handmade Birds Records, 2015
Text Andreas Brüning
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7.0
Redaktion
Cover Weeping Rat - Tar

Dark Wave, Death- oder Gothic Rock oder Industrial hätte man diese Musik wohl Ende der 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts genannt. Das Trio Weeping Rat aus Melbourne in Australien hat sicher alle Platten von Christian Death, den Sisters of Mercy und Joy Division im Schrank. Vor drei Jahren startete Jacob Rolfe ein gleichnamiges Soloprojekt, heute verstärken stoischer Bass, Synthesizer und Echo-Flanger-Gitarre den Sänger und seinen Drumcomputer. Rolfe singt die melancholischen Lyrics monoton mit Jim Morrison-artigem Bariton lethargisch, tonal unpräzise und pathetisch, was die kaputt trostlose, depressiv-düstere und trüb missmutige Stimmung der Musik noch verstärkt. Die Produktion des Albums verweist klanglich auf die frühen 80er Jahre, wirklich fette Bässe und dicken Sound sucht man hier vergeblich, was der dunklen Stimmung des Albums aber durchaus entgegen kommt. Zudem ist »Tar« rhythmisch äußerst abwechslungsreich arrangiert. Mal mäandern die Songs schwankend wie «Silk In The Water«, mal marschieren sie kräftig geradeaus wie »Come To Consciousness«, dann klingen sie getragen und hymnisch wie »Coil«, instrumental abstrakt wie »Still On It’s Way« oder orientalisch beeinflusst wie »Satan’s Bazaar«. Ein zeitgemäßes Gothic-Album, dass durch seine vielfältigen Einflüsse nie einfach nur retro klingt.

Das Album »Tar« von Weeping Rat findest du demnächst bei hhv.de.
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