Music Review | verfasst 21.04.2015
Drew Lustman
The Crystal Cowboy
Planet Mu, 2015
Text Peter Gebert
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Redaktion
Cover Drew Lustman - The Crystal Cowboy

Der »Crystal Cowboy« in Downtown, das klingt nach einer Geschichte, da blinkt in einer grauen Windung so etwas wie Pollacks »Elektrischer Reiter« auf. FaltyDL, der mit diesem Album sein Alias ablegt, hatte sein Publikum zuletzt mit »Into the wild« auf Ninja Tune in ein einzigartiges Soundtrack-Abenteuer aus Tumbleweed-Breakbeat-Psychedelia entführt. Das war für manche bereits ein wenig zu viel kreative Vision. Unter seinem Klarnamen macht Drew Lustman nun einen Schritt zurück. Anders als es der geheimnisvolle Titel suggeriert kommt dieses Album ohne Überbau aus: Sein Konzept ist, dass es keins hat. Es handelt sich auch nicht um einen Neustart, denn die elf Tracks warten mit den gewohnten Stärken FaltyDLs auf: Breakbeat-lastige Rhythmik auf einer Jazz-Grundlage, die von funky bis nervös reicht, dazu ein Gespür für driftende Stimmungen, und schließlich eine spezielle, hymnische Bittersüße in den Melodien, die ihn als New Yorker kennzeichnet. Hier genügen ihm meist eine Handvoll Sound- und Sample-Ideen, lebendig werden die eher geradlinigen Stücke durch einen ausgefeilt lockeren Sitz der Grooves. Das reicht nicht immer: der hermetische Mitsing-Soul von »Angel Flesh« geht alsbald auf den Geist. Die hibbelige Überladenheit von »Green Technique« steht ihm besser; lieben darf man ihn für Linien wie die der abgerissenen, flackernden Keys von »Wolves«. »Time Machine« erfrischt mit 808-State-Jungle, und dann versucht uns nach dem soliden Titeltrack Gast-Vokalist Le1f in »Onyx« schon auszuzählen. Es kommen aber noch die eigentlichen Highlights. In den schattigen, mechanischen Kurzloop-Schichten von »The Hatchet« und dem DJ-Stingray-artig gepressten Electro von »Sykle« brennen die Dynamiken zwischen Hektik und Statik, aufgekratzt und versunken. Und dazwischen empfängt uns das nach dem eigenen Label benannte »Blueberry Fields« mit Claps, die bald in eirig schnipsenden, perkussiven Funk morphen, gerade so von dissonanten Chords in der Spur gehalten: ein Track, dessen innere Reibungen sich jederzeit unberechenbare Fortentwicklung offenhalten.

Das Album »The Crystal Cowboy« von Drew Lustman ist bereits bei Planet Mu erschienen. Bestelle die Schallplatte bei hhv.de als 2LP.
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