Music Review | verfasst 21.05.2015
Multicast Dynamics
Aquatic System
Denovali, 2015
Text Tim Caspar Boehme
Deine Bewertung:
10.0
Nutzer (1)
7.6
Redaktion
Cover Multicast Dynamics - Aquatic System

Auf seinem zweiten Album als Multicast Dynamics taucht der Niederländer Samuel van Dijk tatsächlich auch programmatisch in das »Aquatic System« ein. Sein Klangmaterial dazu sammelte er an wasserreichen Orten wie Finnland und Fuerteventura, machte Aufnahmen an Flüssen, Seen oder Ozeanen. Ähnlich wie zuvor auf „Scape“ sind die Bewegungen der Musik von nahezu monumentaler Ruhe, scheinen sich die Stücke mit ihrem Hall bis zum Horizont zu weiten oder tropfen und zirpen stoisch vor sich hin wie Insekten in einem Teich. Dabei mögen vielleicht nicht alle Stücke in ihrer Klanggestaltung unmittelbar an Wasser denken lassen. Oft genug erzeugt van Dijk aber die Stimmung eines gewissen Abgekapseltseins im Hallraum, ein Strudeln durch sanft widerständige Flüssigkeit, in der auch schon mal kleine Luftblasen an die Wasseroberfläche steigen. Erneut ist die Musik kein reines Abbilden von Geräuschen aus der Natur mittels Field Recordings, sondern arbeitet zu gleichen Anteilen mit elektronischen Mitteln, verfremdet das Organische hin zu etwas Drittem, das seine Herkunft mehr erahnen als direkt erkennen lässt und durchaus mit genuin musikalischen Mitteln seine eigene Spannung und Entwicklung hervorbringt.

Das Album »Aquatic System« von Multicast Dynamics findest du demnächst bei hhv.de:
Dein Kommentar
1 Kommentare
23.05.2015 12:27
mooski:
Style: deep, grainy, dark, and underwater.
Tracks have a lot of details; I would call it visual music since each particular track takes you to the place, close to the water. Because of the big amount of layering, music becomes very illustrative. It feels like coming to the roots, when the shaman tells the story about the greatness of Aquatic, the story about the future (since-fiction elements), things that will come…
When I am listening to the tracks I can sense that they are in particular order. First tracks are very slow, particular sounds are very long- it is like an introduction to the underwater world. ‘Amphibi’ takes listeners into the ‘submarine’ from which they can observe the underwater world. ‘Sinua’ is like an answer to ‘Amphibi’, it shows the emotions/tension of the underwater word created by flowing submarine. Later tracks become more aggressive, the sounds are shorter, and the tension rises. The image created by music is much bigger; it covers the surface (Nebulous), ocean, caves, etc. Still, each track is different and can be listened to separately.
The visual design gives the overall feeling about the album. The ‘ice’ image is dark, cold, unknown (abstract). Is mystic and somehow unreal.
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