Music Review | verfasst 16.06.2015
Evan Caminiti
Meridian
Thrill Jockey, 2015
Text Kristoffer Cornils
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6.6
Redaktion
Cover Evan Caminiti - Meridian

Auf ihrem letzten Album packten die Schimmerdunst-Droner Barn Owl die E-Gitarren beiseite und bückten sich tief über ihre Synthesizer. Dass Evan Caminiti, neben Jon Porras die zweite Hälfte des Duos, auf seiner neuer Platte elektronischer denn je klingt, ist da nicht weiter verwunderlich. Sein siebtes Soloalbum »Meridian« basiert vor allem auf Echtzeit-Synthesizer-Kompositionen und gelegentlich eingestreuten Feldaufnahmen, die zu einem durch Raum und Zeit irrlichternden Ganzen zusammengemasht werden. Die Gitarren, die in seinen Soloproduktionen noch eine tragende Rolle spielten, sind verschwunden. Schon beim ersten Durchlauf wird erneut klar, dass Caminiti ohne Porras – wie auch umgekehrt – nur schwerlich zu einer kohärenten Struktur findet. Die neun Tracks von »Meridian« tragen die deutliche Signatur von intuitiven Geräte-Jams. Es geht dem in San Francisco beheimateten Musiker eher um das Zupacken und Erleben auf seiner und dem Gepacktwerden und Erlebtwerden auf unserer Seite denn um nachvollziehbare Kompositionen. Per Albumtitel verweist Caminiti auf Energieflüsse im Körper; Energieflüsse, die durch den möglichst intensiven Konsum der Sounds gesteuert und gesteigert werden sollen. Klingt vom Prinzip her nach harter Esoterik und klingt in der Praxis… Naja, eben nach harter Esoterik auf soften Synthie-Flächen. »Meridian« gewinnt durchaus dazu, wenn erst mal das zugrundeliegende Konzept verinnerlicht worden ist. Auf der anderen Seite aber zeugt das lediglich davon, dass die Musik nur bedingt für sich alleine zu stehen vermag.

Das Album »Meridian« von Evan Caminiti findest du bei hhv.de: LP
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