Music Review | verfasst 18.06.2015
Snow Bone
Protoplanetary
Lobster Theremin, 2015
Text Kristoffer Cornils
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8.1
Redaktion
Cover Snow Bone - Protoplanetary

»Die Tracks wurden nicht mal gemastert! Das wurde direkt auf Platte gepresst!«, erzählte Lobster Theremin-Betreiber Jimmy Asquith halb amüsiert, halb fassungslos im Gespräch für unser Labelporträt über die zwei EPs von Snow Bone auf seinem Imprint. Das war zuletzt den frenetischem Techno-Terror auf »Mystic Vision« deutlich anzuhören: Die Kick kratzte, die Snares zischten und die Basslines brummelten mit einer rohen Gewalt, die selbst den radikalsten Momenten des Berliner Neunziger-Technos noch das Wasser reichen könnte. Auch die dritte EP des Briten spart weder an Ecken noch Kanten. Irgendwo zwischen dem Gewitter-Techno eines Jeff Mills‘ und der abgeklärten Bosheit eines Surgeon findet Rob Hare mit seinem brutalen Soundentwurf seine eigene Nische. »Cult V« presst eine bleepende, irrlichternde Sequenz durch den Mix, »Boston Dynamics« schaltet seinem beharrlichen Beat fortlaufend andere Klangspielereien zu, der Titeltrack lässt zwei wonky Modular-Synthesizer-Motive ineinander rasseln und »Lost Ancient Language« kann sich schwer entscheiden, ob es den guten alten Tagen des UK Raves nun den Krieg oder doch die grenzenlose Liebe erklären will. Spätestens mit »Protoplanetary« hat Snow Bone seine Soundsignatur etabliert. Mehr noch: Sein muffiger Techno-Entwurf ist ein klares Statement, das ungefiltert in Polyvinylchlorid geritzt wird. Was diese vier Tracks nicht nur für Dancefloor, sondern auch das Alltagsleben tauglich macht.

Die EP »Protoplanetary« von Snow Bone findest du demnächst bei hhv.de.
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