Music Review | verfasst 12.06.2015
Celo & Abdi
Bonchance
Azzlackz, 2015
Text Georg Rackow
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7.1
Redaktion
Cover Celo & Abdi - Bonchance

Celo & Abdi hatten sich vorgenommen, dass ihr drittes Album »Bonchance« wieder so hart klingen soll wie 2011 das »Mietwagentape«. Hausproduzent m3 hat dafür auf gesamter Albumlänge den Genre-weit bewährten Synthie-Bap mit französischer Härte im lässigen Kopfnick-Tempo ausgerollt, auf dem Celo & Abdi mit ihrer einzigartigen Rap-Lingua ihre Geschichten von Geld, Drogen und Straßenleben erzählen. Die Featuregäste Haftbefehl, Xatar, Veysel, Olexesh und Hanybal bestätigen die raue Gangart und sind dezent eingesetzt. Denn im Vordergrund steht das bosnisch-marokkanische Tag-Team, das mit blindem Verständnis für den jeweils Anderen agiert. Da es mittlerweile selten geworden ist, das Rap-Duos ganze Alben miteinander machen, ist es umso erfreulicher, mit Celo & Abdi eins zu erleben, dass auf einer Wellenlänge schwimmt, aber trotzdem aus zwei deutlich unterscheidbaren Charakteren besteht. Ebenfalls erfreulich ist die Betonung der Hip Hop-Sozialisation der beiden Frankfurter MCs. Ihnen liegt viel an der Kultur und dem Rap-Genre und das machen sie mehrfach deutlich. Entweder subtil, etwa mit einem Questlove- oder einem Cappadonna-Vergleich, oder eben ganz offensichtlich mit dem Vocalsample aus der Hookline von »Hammerhart« von den Absoluten Beginnern. Einziges Manko an diesem sonst sehr stimmigen Album (wie auch den Vorgängern) ist die thematische Redundanz. Es scheint aufgrund der Sprachverliebtheit und Fantasie von Celo & Abdi doch inhaltlich mehr drin zu sein. Doch da die stilistische und inhaltliche Vielfalt hier nicht der Anspruch ist, liegt es bei dem Hörer selbst, ob er genau das will, was ihm geboten wird. Sicher ist, dass man weiß, was man bekommt. Bedingungslos und ohne Ausnahme.

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