Music Review | verfasst 16.06.2015
Aidan Baker & Idklang
In The Red Room
Karlrecords, 2015
Text , Übersetzung Julia Frohn
Deine Bewertung:
8.0
Nutzer (1)
7.9
Redaktion
Cover Aidan Baker & Idklang - In The Red Room

Aidan Baker ist ein nimmermüder Meister der Sperrigkeit. Discogs zählt ganze 143 Veröffentlichungen seit 2002, auf denen der Kanadier als Solist oder im Zusammenspiel mit u.a. Tim Hecker, Thisquietarmy, Troum, sowie in seinen Projekten Nadja, Caudal und B/B/S wirkte und diesen ersten Satz eindrucksvoll bewiesen hat. Was Aidan Baker oft fehlte, war ein musikalisches Gegenüber, das seinem kreativen Drang einen Rahmen gab. Leah Buckareff, mit der Aidan Baker seit 2003 im Duo Nadja formiert, ist das oft noch am besten gelungen. Mit Markus Steinkellner aka Idklang hat er nun einen kongenialen Partner gefunden. Der Österreicher beschreibt mit seiner bluesigen Gitarre Schleifen, welche die Eskapaden von Aidan Baker kunstvoll umwickeln. Das schafft genau das formlose Gefüge das Aidan Baker für seine Kunst braucht. Das Ergebnis sind zwei zwanzigminütige Stücke (formal nur durch das Umdrehen der Schallplatte getrennt): »In The Red Room« und »Where We’re From, the Birds Sing A Pretty Song«. Aidan Baker und Idklang klingen hier wie A Silver Mt. Zion ohne den Willen zum Song, wie Godspeed You! Black Emperor ohne den Willen zur Katharsis und wie Set Fire To Flames ohne den Willen zur Revolution. Es ist aber auch keine l’art pour l’art. Dazu sind allein die durch den Titel »In The Red Room« gegebenen Bezüge (August Strindberg, H.G.Wells, »The Amityville Horror«, »Twin Peaks«, Weißes Haus, Senat von Kanada) zu stark präsent.


In einem kurzen Chat auf Facebook hat Aidan Baker nachträglich richtiggestellt, wer welchen Part eingenommen hat. Ihr könnt den Chat mit Aidan Baker auf Facebook hier nachlesen:

Aidan Baker & Idklang – In The Redroom (Karlrecords)Zur Review:…

Posted by hhv.de mag on Dienstag, 30. Juni 2015

Das Album »In The Red Room« von Aidan Baker & Idklang findest du bei hhv.de: LP.
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 25.06.2014
Knalpot
Yes Please
Das In Amsterdam ansässige Duo Knalpot mischt mit Selbstverständlichkeit Postrock, Noiserock, Dub, Jazz, 8-Bit Sounds und Doom Metal.
Music Bericht | verfasst 29.10.2012
Liars
Live am 23.10. im Festsaal Kreuzberg in Berlin
Zwischen »They Threw Us All In A Trench And Stuck A Monument On Top« und »Wixiw«: Liars präsentieren sich im Festsaal Kreuzberg in alter Rohheit und lassen sich auch von einem eiskalten Publikum nicht den Abend vermiesen.
Music Review | verfasst 01.04.2014
B/B/S
Coltre/Manto 12"
Aidan Baker, Andrea Belfi und Erik Skodvin haben sich als B/B/S im vergangenen Jahr in der Bochumer Christuskirche zusammengefunden.
Music Review | verfasst 01.03.2015
Aidan Baker
The Sea Swells A Bit
Die Atmosphäre auf Aidan Bakers »The Sea Swells A Bit« ist traumhaft, unwirklich, benebelnd.
Music Review | verfasst 10.06.2016
B/B/S
Palace
Aidan Baker, Andrea Belfi und Erik Skodvin improvisieren sich auf »Palacer« in die unheimliche Verlangsamung des Seins.
Music Review | verfasst 02.04.2015
Yasunao Tone + Talibam! + Sam Kulik
Double Automatism
Ein Miteinander? Ein Gegeneinander? Talibam! und Sam Kulik kämpfen hier gegen Yasunao Tones Klangmanipulationen an.
Music Review
Robert Hood
Paradygm Shift
Robert Hoods erste LP seit »Motor: Nighttime World 3« bedeutet keine Rückkehr zur alten Form. »Paradygm Shift« updatet aber alte Formeln.
Music Review
T.Raumschmiere
Heimat
Es muss ja in der Musik nicht immer brachial zugehen, um einen Effekt zu erzielen. Mit »Heimat« ist T-Raumschmiere zurück bei Kompakt.
Music Review
Skepta
Konnichiwa
Hören wir Skeptas fünftes Album nochmal vom Hype ausgenüchtert und mit einem Jahr Abstand. Es ist jetzt besser.
Music Review
The Lloyd McNeil Quartet
Asha
1969 in sehr kleiner Auflage veröffentlicht, wird »Asha« von Lloyd McNeill nun bei Soul Jazz Records wiederveröffentlicht.
Music Review
!!!
Shake The Shudder
Schütteln hilft. !!! (Chk Chk Chk) haben mit »Shake The Shudder« das passende Album aufgenommen.
Music Review
So Inagawa
Logo Queen
Eine EP wie »Logo Queen« kann wohl nur in Tokyo entstehen, doch So Inagawas Sound kann und will die ganze Welt erobern.
Music Review
Pearson Sound
Robin Chasing Butterflies
Mit »Robin Chasing Butterflies« sendet Pearson Sound ein Lebenszeichen, das sein bisheriges Werkeln zu einer Dancefllor-Platte kondensiert.
Music Review
Palmbomen II
Memories Of Cindy Pt.1
Musik für ein Twin Peaks-Revival der anderen Art. Schauplatz: eine verglaste Mall mit unzähligen Wasserfällen und Buddha-Statuen.
Music Review
Oratorium
»Oratorium«
DJ Scientist schlägt dem Teufel ein Schnippchen – und legt mit dem Release der »Oratorium« LP ein geiles Zeugnis für Xian Krautmaterial ab.
Music Review
Annie Anxiety
Soul Possession
Man muss dieses Album nicht gerne hören, dafür vollstes Verständnis. Gehört haben aber sollte man es, denn es gibt wenig Vergleichbares.
Music Review
Jukka Eskola
Soul Trio
Besseren Retro-Jazz findet man in Europa nirgends: Jukka Eskola überzeugt mit seinem »Soul trio«, zu dem auch Timo Lassy gehört.
Music Review
Jonny Nash & Suzanne Kraft
Passive Aggressive
Ambient, Balearic, New Age, whatever: viel neue Musik für den Smoothie trinkenden Großsstädter. Das meiste ist Ausschussware.
Music Review
Jan Van Den Broeke
1100 Dreams
Ein Album irgendwo zwischen gerade aufgewacht und Mittagsschlaf, halb sediert und ganz sicher noch nicht draußen gewesen.
Music Review
Soul Scratch
Pushing The Fire
Soul Scratch überraschen auf »Pushing The Fire« mit einem Sound, der im Soul-Genre seinesgleichen sucht.
Music Review
Jurriaan Andriessen
The Awakening Dream
Der Komponist Juriaan Andriessen hatte in den 1970er Jahren drei Platten mit Synthesizermusik aufgenommen. Darunter: »The Awakening Dream«..
Music Review
Swans / Michael Gira
The Great Annihilator / Drainland
Mit der Reissue von »The Great Annihilator«, ursprünglich 1995 erschienen, ist nun beinahe das gesamte Schaffen der Swans wieder zugänglich.
Music Review
Sóley
Endless Summer
Sóley ist auf ihrem dritten Album, »Endless Summer«, sehr viel positiver gestimmt als gewöhnlich. Die gute Laune ist nur vordergründig.
Music Review
Luke Vibert
UK Garave Vol.1
Scheißt auf Trends und tantz: Luke Viberts meldet sich mit »UK Garave Vol.1« zurück. Und wie!
Music Review
Alice Coltrane
World Spirituality Classics 1
Luaka Bop macht unveröffentlichte Musik von Alice Coltrane, aufgenommen in einem Ashram-Tempel, zugänglich.
Music Review
Mac DeMarco
This Old Dog
Mac DeMarco schaltet auf »This Old Dog« mindestens einen Gang zurück. Weniger knuffig, niedlich und kuschelig ist er deshalb nicht.
Music Review
Umoja
707
In den Achtzigern füllten Umoja in ihrer Heimat Südafrika ganze Stadien. Awesome Tapes From Africa veröffentlicht nun ihr Album »707« erneut
Music Review
Bonnie Prince Billy
Best Troubador
Mit seinem neuesten Werk, »Best Troubador«, zollt Singer und Songwriter Bonnie Prince Billy seinem Kollegen Merle Haggard Tribut.
Music Review
Gorillaz
Humanz
Im beinahe zwanzigsten Jahr ihres Bestehens und sieben Jahre nach »The Fall« gibt es ein neues Album der Gorillaz.
Music Review
Matthew Herbert
Brand New Love - 12"
Matthew Herbert knüpft gemeinsam mit Zilla an seinem Album »The Shakes« an. Auf »Brand New Love« gewinnt aber der Special Request-Remix.
Music Review
Arto Lindsay
Cuidado Madame
Mit »Cuidado Madame« kehrt Arto Lindsay zu seinen bewährten Hybriden aus lateinamerikanischen Rhythmen, Pop und Krach zurück.
Music Review
Benoit Hutin
Electronic
Fünf Originale und vier Edits des französischen Komponisten Benoit Hutin finden sich auf dem neuesten Release von Camisole Records.
Music Review
Timber Timbre
Sincerely, Future Pollution
Timber Timbre ist mit »Sincerely, Future Pollution« ihr sperrigstes und gleichzeitig herausfordernstes Werk gelungen.
Music Review
bsd.u
»Pook«
Der kanadische Beatmaker bsd.u legt mit »Pook« ein neues Album vor. In Europa ist es exklusiv via hhv.de erhältlich.
Music Review
Little Cub
Still Life
Little Cub müssen mit ihrem Debüt »Still Life« beweisen, dass die Vorschusslorbeeren ihre Berechtigung haben.
Music Review
Jan Jelinek
Loop-Finding-Jazz-Records
Jan Jelineks »Loop-Finding-Jazz-Records« versperrte sich mit ihrem subtilen Humor vor der Avantgarde. Jetzt wurde das Album neu aufgelegt.
Music Review
Joshua Abrams & Natural Information Society
Simultonality
Seit den 1990er Jahren ist Joshua Abrams eine feste Größe in Chicago. Mit »Simulatonality« soll er endlich hierzulande entdeckt zu werden.
Music Review
Ephemerals
Egg Tooth
Die Soulmusiker Ephemerals legen mit »Egg Tooth« ihr drittes Album vor und haben sich einiges vorgenommen.
Music Review
Joe Goddard
Electric Lines
Joe Goddard erfüllt sich mit »Electric Lines« einen Traum und macht sein erstes Soloalbum zu einem Produzent-plus-Features-Werk.
Music Review
Actress
AZD
Vor drei Jahren hat Actress seinen Abschied von der Musik verkündet, nun kehrt er mit »AZD« zurück – aufgeräumter denn je.
Music Review
Joey Bada$$
All-AmeriKKKan Badass
Joey Badass, der Fakelträger der Nineties-Nostalgie, meldet sich zurück – mit weniger Boombap, dafür mehr Black-Lives-Matter-Bezug.
Music Review
Mr. Mitch
Devout
»Devout«, das neue Album von Mr. Mitch, ist Soul und Pop auf der Basis von UK Bass und Grime.
Music Review
Retrogott & Motion Man
Pen Pals EP
Retrogott und Motion Man und KutmastaKurt haben eine ganz eigene Vorstellung von Rap und diese auf der »Pen Pals EP« toll umgesetzt.
Music Review
El Michels Affair
Return To The 37th Chamber
Der Produzent Leon Michels und seine Gruppe El Michels Affair erweisen mit »Return To The 37th Chamber« erneut dem Wu-Tang Clan die Ehre.
Music Review
Jan Schulte
Tropical Drums Of Deutschland
Für das Kopenhagener Label Music For Dreams gewährt uns Jan Schulte einen Schulterblick in seine erlesene Sammlung deutscher Tribal-Platten.
Music Review
Sylabill Spil
Der letzte weiße König
»Der letzte weiße König«, das neue Album des brachialen Deutschrappers Sylabil Spill ist mitreißend. Unsere Autorin fragt sich: warum?
Music Review
FYI Chris
Snafubar EP
Mit den vier Tracks der »Snafubar EP« geben die beiden Londoner FYI Chris ihr Debüt für Rhythm Section International.