Music Review | verfasst 19.06.2015
Tissu
Unmanned Vehicle
Mörk, 2015
Text Kristoffer Cornils
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8.5
Redaktion
Cover Tissu - Unmanned Vehicle

Lass dich von all dem weißen Rauschen nicht verwirren und erst recht nicht vom sanften Plätschern davon treiben: Das hier ist neu und bollert auf festem Boden. Zumal Tissu, von dem oder der natürlich mal wieder nie zuvor jemand etwas gehört hat, eh aus der Schweiz kommt. Da gibt es vielleicht Bergseen, aber die könnten Ebbe nicht von Flut unterscheiden. Tissu zumindest, zu dem oder der es natürlich keinen Klarnamen oder sonst irgendwelche Informationen gibt, simuliert die Fahrt im »Unmanned Vehicle« durch hohe Wellenkämme nur. In Wahrheit ist dieser verfluffte Vier-Tracker, der ebenso nach Staub wie Großplanschbecken klingt, nämlich die reine Unwahrheit. Die Rauschpatina ist mit Absicht platziert worden und die Hyperhydrosehnsucht hat er sich von Porter Ricks und anderen Tiefsoundtauchern geliehen. Das aber ändert ja nichts, gar nichts daran, wie wunderbar der Kitsch hier aufgeht, weil er eben doch auf festem Boden bollert. Da sind der Acid-bespritzte »Ground Loop« oder etwa der Über-Slammer »Unmanned Vehicle«. Das sind so Tracks, die fünf nach Peak Time kommen dürfen, wenn das Bier schon aus den Ohren raustropft und Musik nur noch in den Schenkeln stattfindet. Oder die beiden Achtminüter »4 #2« und »Up«, die zwar nicht wirklich nach Hause wollen, denen die Erschöpfung aber schon an den Mundwinkeln herunterhängt. Nein, du sollst dich von Tissu nicht verwirren lassen, und treib jetzt bitte nicht davon. Sondern öffne deine Arme und drück diese Flunker-Staub-Planscher-House mit Liebe an dein Herz.

Die EP »Unmanned Vehicle« von Tissu findest du bei hhv.de: 12inch
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