Music Review | verfasst 22.06.2015
Pilocka Krach
Best Of
Monika Enterprise, 2015
Text Kristoffer Cornils
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6.7
Redaktion
Cover Pilocka Krach - Best Of

Das Cover wurde von Facebook gelöscht, der Titel ist natürlich Quatsch und laut Bio handelt es sich schlicht und maßlos um den »only rockstar from Berlin«. Kann natürlich nur Pilocka Krach sein, eine der Schutzbeauftragen des Sonntagnachmittags-state-of-mind. Pilocka Krach, die diesen Namen womöglich wirklich so im Personalausweis stehen lässt, hat nach gut acht energischen Jahren Berliner After-Hour-Comedy ihr erstes Album ausgeschwitzt. Es heißt »Best Of«, was bestimmt ein Verhörer ist: Eventuell hat da einfach nur jemand was vom kommenden »Besuff« gelallt. Ganz nüchtern klingt die Musik Pilocka Krachs schließlich nie, nicht mal immer vorwärts gewandt. Den knallig-kratzigen Krach-Klang haben Alter Ego und andere schon vor Jahren ausformuliert, Krachs Hauptzugaben sind neben explizitem Humor und implizitem Hauptstadt-Techno, der sich eher an Bar25-Hippie-Utopien als an der Lederharnisch-Queerness des Berghains orientiert, vor allem authentizitätsschwere Rock-Versatzstückelei. Doof bis schade nur, dass es eher humorig klingt, wenn es über einem zu vernachlässigenden Beat »Ich würd‘ gern Gitarre spielen wie Bob Dylan« sprachsampelt. Denn eigentlich macht Krach ja nicht nur Krach des Kraches willen oder Komik für kurze Kauleistenschnapper, sondern versucht sich an der Dekonstruktion von einer Bierernstigkeit, wie sie Berlin und dessen Szene beherrscht. Nur schlägt Pilocka Krach eben dann am besten ein, wenn sie es subtiler angeht und die Musik sich vor die Gesten quetschen kann. Das jedoch funktioniert auf ihrem selbsternannten »Best Of« nicht immer. Da geht ein bounciger Überhit wie »Superboy« glatt unter, wird der beswingt jackende Groove von »Do You Like The Beat?« von seiner Urheberin mit viel zu vielen Fragen gelöchert. Krachs Over-The-Topness macht ihren Charme aus, entfaltet sich im Kurzformat jedoch besser als über LP-Länge. Gerechtfertigt bleibt sie nach wie vor, das beweist allein Facebooks zensorische Prüderie angesichts von Krachs zärtlichem Glam-Rock-Zitat von Cover.

Das Album »Best Of« von Pilocka Krach findest du bei hhv.de: LP
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