Music Review | verfasst 02.11.2015
Sons Of Kemet
Lest We Forget What We Came Here To Do
Naim, 2015
Text Jan Paersch
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Redaktion
Cover Sons Of Kemet - Lest We Forget What We Came Here To Do

Zwei Drummer, eine Tuba, sowie ein Bandleader an Klarinette und Saxophon: die Besetzung von Sons Of Kemet ist mehr als ungewöhnlich. Seit seiner Gründung 2011 spielt das englische Quartett einen avantgardistischen Dub-Jazz. Schlagzeuger Seb Rochford führt nebenbei die Elektro-Jazz-Band Polar Bear an, Bandleader Shabaka Hutchings spielte schon mit The Heliocentrics. Der aus Barbados stammende Hutchings betrachtet das neue Album als eine Meditation über die karibische Diaspora in Großbritannien. In Songs wie »In The Castle Of My Skin«, der nach einem Roman über post-koloniale Identität benannt ist, geben die Blasinstrumente dem Quartett die Anmutung einer New-Orleans-Brassband. Ähnlich politisch geben sich die vier im Eröffnungssong »In Memory Of Samir Awad«: der Track ist einem von Soldaten erschossenen palästinensischem Teenager gewidmet. »Lest We Forget What We Came Here To Do« kokettiert mit Anklängen von Calypso und arabischen Sounds, die trance-artigen Grooves des Doppel-Schlagzeugs nehmen dagegen direkten Bezug auf die westafrikanischen Wurzeln barbadischer Musik. Das alles geht nicht immer leicht ins Ohr, ist aber stets trippy und tanzbar.

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