Music Review | verfasst 11.01.2016
Jacob Miller
Who Say Jah No Dread
Greensleeves, 2015
Text Tim Caspar Boehme
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Redaktion
Cover Jacob Miller - Who Say Jah No Dread

Er starb bloß ein Jahr vor Bob Marley, doch sein Name ist im Vergleich zu dem Reggae-Superstar eher Insidern vertraut: Jacob Miller, 1980 mit gerade einmal 28 Jahren gestorben, war zu Lebzeiten ein gefeierter Musiker auf Jamaika mit einer umwerfenden, voluminös-hohen Stimme, die er auch der Band Inner Circle zur Verfügung stellte – von 1974 bis zu seinem Tod. Vermutlich hatte er trotz allem einfach nicht genug Zeit, um sich stärker ins kollektive Bewusstsein einzuprägen. Umso wichtiger, dass die Compilation »Who Say Jah No Dread« jetzt wieder zugänglich gemacht wird. Denn dies ist der heilige Gral seines Schaffens – die zwischen 1974 und 1975 entstandenen Aufnahmen mit Augustus Pablo, der nicht nur Songs wie »Keep on Knocking«, »Baby I Love You So« oder das Titelstück – allesamt Klassiker – mit Jacob Miller eingespielt hat, sondern diese auch gleich mehrfach zu Dub-Versionen umzugestalten verstand. Dass die hier versammelten Singles und ihre Recycling-Varianten hintereinander weg zu hören sind, stört nicht im Geringsten. Es ist vielmehr wie beim guten alten Thema mit Variationen, wo man sich über jeden neuen Einfall freut, der aus dem Anfangsmaterial herausgelöst und in neue Konstellationen überführt wird. Jede Reduktion erzeugt dabei ein neues Universum.

Die Box »Who Say Jah No Dread« von Jacob Miller findest du bei hhv.de: 7×7inch
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