Music Review | verfasst 16.05.2016
Africains With Mainframes (Hieroglyphic Being & Noleian Reusse)
K.M.T.
Soul Jazz, 2016
Text Tim Caspar Boehme
Deine Bewertung:
8.0
Nutzer (1)
8.2
Redaktion
Cover Africains With Mainframes (Hieroglyphic Being & Noleian Reusse) - K.M.T.

Heute Acid zu produzieren und nicht ins reine Reproduzieren von Genrestereotypen zu verfallen, ist keine einfache Aufgabe. Denn die 303 gehört ja irgendwie dazu, und das bestimmt in vielen Fällen das Resultat, das dann eben recht ähnlich ausfällt. Nicht so bei Hieroglyphic Being und Noleian Reusse, die als Africans With Mainframes der guten alten Tante Acid eine frische Dreckigkeit, den ihr zustehenden Funk und eine Kaputtheit verpassen, die pessimistisch und lebensbejahend zugleich daherkommt. Im Vergleich zum Soul Jazz-Solo-Einstand von Hieroglyphic Being aus dem vergangenen Jahr, »The Acid Documents«, klingt »K.M.T.« härter und direkter, ein bisschen weniger spielerisch-offen, dafür voller und näher an dem rohen Klang, den Hieroglyphic Being sonst auch solo gern pflegt. Man kann diese brutale Spielart von afrofuturistischem Acid des 21. Jahrhunderts weniger avanciert finden als die verfeinerten »Acid Documents«, doch bilden sie im Grunde nur eine der verschiedenen Facetten im Schaffen von Jamal Moss. Die eine ist die minimalistische, die andere die maximalistische Seite. Und ganz so streng zweigeteilt ist die Welt im Übrigen auch nicht: Mit »Qustal Artifacts« findet sich ein überaus introspektiver, völlig beatfreier Beitrag auf der Platte, die allemal das Etikett »Intelligent Dance Music« – im guten Sinne – verdient.

Das Album »K.M.T.« von Africains With Mainframes findest du bei hhv.de: 2LP und CD
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 10.11.2015
Hieroglyphic Being
The Acid Documents
Hieroglyphic Being trägt auf »The Acid Documents« Tracks zusammen, die dem Geist von Phuture, Adonis oder Lil’ Louis verpflichtet sind.
Music Review | verfasst 20.02.2018
Hieroglyphic Being
The Red Notes
»The Red Notes« widmet Hieroglyphic Being Thelonious Monk, John Coltrane, Herbie Hancock und anderen Repräsentanten des Blue Note-Jazz’.
Music Review | verfasst 03.10.2014
Hieroglyphic Being & the Configurative Modular Me Trio
The Seer of Cosmic Visions
Hieroglyphic Being erdet seine psychedelischen Weltraumexkursionen mit Funk. »The Seer of Cosmic Visions« versammelt frühere Produktionen.
Music Review | verfasst 05.08.2016
Hieroglyphic Being
The Disco's of Imhotep
Hieroglyphic Being widmet sich dieses Mal nicht den Freuden der Tanzfläche, sondern der heilenden Kraft elektronischer Musik
Music Review | verfasst 12.12.2018
Hieroglyphic Being & The Truth Theory Trio
Journey Through The Outer Darkness From The Inner Light
»Journey Through The Outer Darkness From The Inner Light« ist der achte (!) Release von Hieroglyphic Being im Jahr 2018 – und sein bester.
Music Liste | verfasst 11.08.2017
Ausklang | 2017KW32
8 essentielle neue Platten
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Review
Man Jumping
Jumpcut
Brian Eno soll sie einst »die wichtigste Band der Welt« genannt haben: Man Jumping. Ihr Debüt »Jumcut« wurde jetzt veröffentlicht.
Music Review
Shina Williams & His African Percussions
Shina Williams
»Shina Williams«, 1980 erstmals veröffentlichte LP von Shina Williams & His African Percussions, wurde erstmals wiederveröffentlicht.
Music Review
Pan American
A Son
Nach sechsjähriger Pause veröffentlicht Mark Nelson mit »A Son« ein neues Album als Pan American.
Music Review
Yoshio Ojima
Une Collection Des Chainons I: Music For Spiral
Mit »Une Collection Des Chainons I: Music For Spiral« wird das Frühwerk von Yoshio Ojima jetzt neu erschlossen.
Music Review
Various Artists
Space Funk
Die Retro-Ästhetik von alten Science-Fiction-Filmen überträgt die Compiplation »Space Funk« auf den Funk der Siebziger und Achtziger.
Music Review
Ryuichi Sakamoto
Thousand Knives Of
Schon 1978 mit seinem Debüt »Thousand Knives Of« bewies Ryuichi Sakamoto sein Gesprü für unkonventionelle Arrangements.
Music Review
RAMZi
Multiquest Niveau 1: Camouflé
Das alljährliche RAMZi-Album ist da. Auf »Multiquest Niveau 1: Camouflé« wirkt die musikalische Formel der Kanadierin etwas aufgebraucht.
Music Review
Various Artists
French Disco Boogie Sounds Vol.4
Die Compilation »French Disco Boogie Sounds« liefert standesgemäß Perlen für den Tanzflur. Das ist bei »Volume 4« nicht anders.
Music Review
Function
Existenz
»Existenz« liefert mit 17 Tracks auf Vinyl 4LP einen fulminaten Querschnitt über die 25 Jahre währende Arbeit von Function.
Music Review
François N'Gwa
Ogooue
Auf »Ogooue« finden sich die besten, der zwischen 1985 und 2004 entstandenen Stücke des gabunischen Musikers François N’Gwa wieder.
Music Review
Mike Selesia
Flavor
1976 haben Mike Selesia und seine Mitstreiter »Flavor« aufgenommen, 100 Stück pressen lassen. Jetzt ist das Jazzjuwel wieder erhältlich.
Music Review
Sokratis Votskos Quartet
Sketching The Unknown
Jazzman veröffentlicht mit »Sketching The Unknown« das tolle Debüt der griechischen Jazzer vom Sokratis Votskos Quartet.
Music Review
Eye
Metamujer
Die Französin Laurène Exposito legt als Eye ihre neue LP »Metamujer« vor und macht deutlich, dass sie sich musikalisch weiterentwickelt hat.
Music Review
Issam Hajali
Mouasalat Ila Jacad El Ard
»Mouasalat Ila Jacad El Ard«, das erstmals 1977 veröffentlichte Album des libanesischen Musikers Issam Hajali, wurde wiederveröffentlicht.
Music Review
Danny Brown
Uknowhatimsayin¿
Mit »Uknowhatimsayin¿« huldigt Danny Brown dem guten alten Hip-Hop der Neunziger. Themen wie Drogensucht oder Depression sucht man vergebens
Music Review
Om Buschman
Total
Das einzige Album von Om Buschmann, »Total« aus dem Jahre 1989 wurde nun via Glossy Mistakes wiederveröffentlicht.
Music Review
Gülistan
Oriental Groove
Hot Mule veröffentlicht »Oriental Groove«, der in den 1980er Jahren gegründeten österreichischen Band Gülistan, neu.
Music Review
Ruins
Marea / Tied
Das Anfang der 1980er Jahre veröffentlichte »Marea/Tied« der italienischen New-Wave-Band Ruins wurde von Music From Memory wiederentdeckt.
Music Review
Robag Wruhme
Topinambur EP
Verglichen mit »Venq Tolep« schielt Robag Wruhme mit der EP »Topinamur« wieder mehr auf den Dancefloor.
Music Review
L'Orange & Jeremiah Jae
Complicate Your Life With Violence
Auf »Complicate Your Life With Violence« spinnen L’Orange und Jeremiah Jae die Hard-Boiled-Geschichte des Vorgängers weiter.
Music Review
Andy Stott
It Should Be Us
Kurzerhand hat Andy Stott mit »It Should Be Us« neue Musik veröffentlicht. Neun Tracks, die der Vorbote eines neuen Albums sind.
Music Review
Shanti Celeste
Tangerine
Auf ihrem Debütalbum »Tangerine« stürmt Shanti Celeste den Dancefloor, ohne dabei eine Träne im Knopfloch zu tragen.
Music Review
Cal Massey
Blues To Coltrane
»Blues To Coltrane«, das einzige Album des zu früh verstorbenen Jazzmusikers Cal Massey aus dem Jahr 1961, wurde wiederveröffentlicht.
Music Review
Daniel Grau
El Mágico Mundo De Daniel Grau
Nach einer jahrzehntelangen Pause legt Daniel Grau mit »El Mágico Mundo De Daniel Grau« ein neues Album vor.
Music Review
Brainstory
Buck
Wie viele Sunny-California-Klischees lassen sich auf ein Album pressen? Mit »Buck« testen Brainstory es aus.
Music Review
Tapan meets Generation Taragalte
Atlas
Ein Industrial-Projekt aus Serbien trifft auf eine Tuareg-Combo aus Marokko… und »Atlas« von Tapan meets Generation Taragalte funktioniert
Music Review
Turquoise Days
Further Strategies
So richtig totzukriegen ist die Musik von Turquoise Days nicht: Mit »Further Strategies« kommen die Songs der Briten zu wiederholter Ehre.
Music Review
FKA twigs
Magdalene
FKA twigs ist zurück, mit »Magadalene«, auf Albumlänge, und sie ist unbewaffnet bis unter die Zähne.
Music Review
Steve Reid
Rhythmatism
Mit »Rhythmatism« hatte Steve Reid 1975 ein Manifest für das friedliche Miteinander von Gegensätzen abgeliefert.
Music Review
Buttechno
badtrip
Das Debüt von Buttechno auf Nina Kraviz’ Label Trip ist, was der Titel ankündigt: ein »badtrip«, der viel Verwirrung stifftet.
Music Review
Tableau Vivant
Double Dream Hands
Tableau Vivant ist das gemeinsame Projekt von Infuso Gallo und Joshua Gottmanns. »Tableau Vivant« ihre erste Veröffentlichung.
Music Review
Nick Cave & The Bad Seeds
Ghosteen
»Ghosteen« von Nick Cave & The Bad Seeds wird als Meisterwerk eingehen und sich ob seiner Zerbrechlichkeit doch kaum hören lassen.
Music Review
Lost Scripts
Giske / Mozart
Für die beiden Stücke »Giske« und »Mozart« haben sich John Talabot und Pional einmal mehr unter dem Namen Lost Scripts zusammengefunden.
Music Review
A Winged Victory For The Sullen
The Undivided Five
Tiefer und berührender als auf »The Undivided Five« klangen A Winged Victory For The Sullen tatsächlich noch nie.
Music Review
Patrick Cowley
Mechanical Fantasy Box
»Mechanical Fantasy Box« gibt einen Überblick über das Schaffen des viel zu früh verstorbenen Disco-Pioniers Patrick Cowley.
Music Review
Michael Kiwanuka
KIWANUKA
Die große Kunst des neuen, dritten Albums von Michael Kiwanuka: Es klingt gleichzeitig nach Vergangenheit und Zukunft.
Music Review
Cigarettes After Sex
Cry
Es gibt reflektiertere Songs über die Liebe, aber nur wenige sind in so schöne Ohrwürmer wie auf »Cry« von Cigarettes After Sex gepackt.
Music Review
Kiefer
Superbloom + Bridges EP
Stones Throw bringt die beiden EPs »Superbloom« und »Bridges« von Kiefer auf einem Vinylrelease gemeinsam heraus.
Music Review
Vulfpeck
The Beautiful Game
Groove kann so einfach sein: Die Funkband Vulfpeck aus Ann Arbor haben ihr zweites Album »The Beautiful Game« veröffentlicht.
Music Review
Teebs
Anicca
»Anicca« ist das erste Album von Teebs seit fünf Jahren. Es ist inhaltlich ein zeitgeistiges Album mit Botschaft, musikalisch nicht.
Music Review
Conforce
Dawn Chorus
Quo vadis Techno? Der niederländische Produzent Conforce gibt auf »Dawn Chorus« Einblicke, wohin die Reise gehen könnte.