Music Review | verfasst 07.07.2016
Aphex Twin
Cheetah EP
Warp, 2016
Text Jens Pacholsky
Deine Bewertung:
7.0
Nutzer (3)
6.9
Redaktion
Cover Aphex Twin - Cheetah EP

Der ehemalige Musikfuturist Aphex Twin ist mittlerweile in der Vergangenheit hängengeblieben. Ihm sei zwar vergönnt, einfach zu machen, worauf er Lust und Laune hat. Aphex Twin hat sich nie darum geschert, was andere von ihm erwarten. Aber die Zeit seit seiner Rückkehr in die Öffentlichkeit 2014 hat sich doch insgesamt sehr lauwarm angefühlt. Auf seiner neuesten EP »Cheetah« arbeitet sich der Mann mit dem überbordenden Synthesizer-Fuhrpark an einem der vermeintlich kompliziertesten Gerätschaften der 1980er Jahre ab. Der Cheetah MS800 soll der am umständlichsten zu programmierende Synthesizer der Erde sein. Wie Aphex Twin dem Cheetah MS800 bei aller Kompliziertheit seine bekannt wunderschönen Harmonien entlockt, verwundert dennoch nicht. Das haben wir von ihm bereits 1992 gehört – auf der »Selected Ambient Works 85-92«, der obskuren »Melodies From Mars« oder der »GAK EP«. So knüpft der Titel »CIRKLON3« als geniales Kernstück der »Cheetah EP« an diese nostalgiedurchtränkte Ära am perfektesten an. Am Ende nutzt Aphex Twin das Gerät aber doch nur als eine Art Trainingsfeld. Als wollte er einfach nur zeigen, was ihm beim Rumdaddeln mit dem Cheetah MS800 so vor die Füße gefallen ist. Und so klingt die EP dann auch: wie eine zusammengewürfelte Zusammenstellung einzelner Trainings-Jams, die nur hilfsbedürftigt ge-edited wurden und oft ins Leere pluckern. So bleibt der Verdacht: in Bezug auf Hardware-Elektronik hat Aphex Twin mit seinem Projekt The Tuss bereits alles gesagt. Seit 2007 warten wir auf inspirierend neues.

Die EP »Cheetah« von Aphex Twin findest du bei hhv.de: 12inch und Tape und CD
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 19.09.2014
Aphex Twin
Syro
Aphex Twin ist zurück und zeigt uns mit »Syro« zeigt, dass jeglicher Enthusiasmus für diese Veröffentlichung absolut gerechtfertigt ist.
Music Review | verfasst 26.01.2015
Aphex Twin
Computer Controlled Acoustic Instruments Pt.2 EP
Auf »Computer Controlled Acoustic Instruments Pt.2 EP« lässt Aphex Twin nicht nur Instrumente sprechen.
Music Review | verfasst 14.09.2018
Aphex Twin
Collapse EP
Folge der Kinderstimme, und du wirst ankommen: Für einen »Collapse« macht Aphex Twin einem auf seiner neuen EP erstaunlich gute Laune.
Music Essay | verfasst 03.09.2014
Records Revisited
Aphex Twin's Selected Ambient Works II, 1994
Vor 20 Jahren erschien Aphex Twins »Selected Ambient Works II«. Das Album war nicht nur eine Umkehrung der gerade aktuellen Ambient Music. Es war auch ein weiterer Erfolg der kontinuierlichen Totalverweigerung eines Sturkopfes.
Music Review | verfasst 21.08.2015
AFX
Orphaned Deejay Selek 2006-2008
Richard D. James belebt sein AFX-Alias. Orphaned Deejay Selek 2006-2008« ist stringent, aber kein überzeugendes Comeback.
Music Kolumne | verfasst 26.09.2014
Vinyl-Sprechstunde
Aphex Twin's »Syro«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine aktuelle Schallplatte. Florian Aigner hofft, dass Philipp Kunze mal was schlechtes über Aphex Twin sagt, weil sich der (Kunze) bislang kaum mit dem (Aphex Twin) beschäftigt hat.
Music Review
Web Web
Worshippers
»Worshippers« ist das zugänglichste und vielleicht beste Album der Münchener Jazzformation Web Web.
Music Review
D.K.
Live At The Edge
»Live At The Edge«, der Titel des vierten Solo-Albums des von D.K., ist genauso doppeldeutig wie die Musik darauf mehrdeutig ist.
Music Review
Real Estate
The Main Thing
Alles ändert sich, nur Real Estate machen einfach weiter gute Alben. So auch mit »The Main Thing«, das soeben bei Domino erschienen ist.
Music Review
Suff Daddy
Pompette
Entspannteren instrumentalen Hip-Hop als Suff Daddy machen hierzulande nur wenige. Auch wenn »Pompette« ein bisschen beschwippst heißt.
Music Review
Various Artists
Studiolo: The 90's Afro Cosmic Era
Die Grenzen zwischen kosmisch und komisch sind auf »Studiolo: The 90’s Afro Cosmic Era« fließend.
Music Review
Jpegmafia
All My Heroes Are Cornballs
Jpegmafia nennt »All My Heroes Are Cornballs« ein Punk-Musical. Und das ist es auch, denn es verweigert sich jeglichen Konventionen.
Music Review
Unknown Artist
Nocturne Edits 002
Freestyle, Italo Disco, Breakbeats: Die zweite Ausgabe von Jordans »Nocturne Edits« ist eine erneute Dienstleistung für Hit-Maschinen-DJs.
Music Review
Courtney Barnett
MTV Unplugged Live In Melbourne
Mit acht prefekt unperfekten Versionen eigener und fremder Songs ist Courtney Barnett nun auf »MTV Unplugged Live In Melbourne« zu hören.
Music Review
Various Artists
Kearney Barton: Architect Of The Northwest Sound
Die Compilation »Kearney Barton: Architect Of The Northwest Sound« feiert einen Produzenten, der Seattle geprägt hat wie kaum ein Zweiter.
Music Review
Priscilla Ermel
Origins Da Luz
Das soeben bei Music From Memory erschienene »Origins Da Luz« versammelt die besten Stücke der brasilianischen Musikern Priscilla Ermel.
Music Review
Subtle Houzze
Controversy
Gary D. und Boris Dlugosch die EP »Controversy« vor, die damals wie heute Tracks für alle Tages- und Nachtzeiten bietet.
Music Review
Various Artists
Napoli Segreta Vol.2
Der Sommer beginnt in diesem Jahr schon im Februar: NG Records legt mit »Napoli Segreta Vol.2« eine weitere Compilation vor.
Music Review
Various Artists
Transition Vol.1
»Transition Vol.1« vereint Tracks von vier Bands, zwischen 1992 und 1994 entstanden. Die Gemeinsamkeit: Post-Industrial als Ursprung.
Music Review
Nicola Cruz
Hybridism
Auf »Hybridism« mixt Nicola Cruz einmal mehr die verschiedensten Musiken aus den entlegensten Ecken der Welt.
Music Review
Various Artists
Cadence Revolution: Disques Debs International 2
Strut diggen weiter tief in Guadeloupe: die tolle Compilation »Cadence Revolution: Disques Debs International 2« ist erschienen.
Music Review
Tame Impala
The Slow Rush
Mit »The Slow Rush« sind die Gitarren bei Tame Impala, dem Projekt des Australiers Kevin Parker, endgültig passé.
Music Review
Sasaki Hideto & Sekine Toshiyuki Quartet +1
Stop Over
1976 in Kleinstauflage erschienen, bekommt das tolle »Stop Over« von Sasaki Hideto & Sekine Toshiyuki Quartet +1 jetzt eine zweite Chance.
Music Review
Against All Logic
2017-2019
Für sein Projekt Against All Logic hat Nicolas Jaar nun die Jahre »2017-2019« zusammengefasst.
Music Review
The Heliocentrics
Infinity Of Now
Mit »Infinity Of Now«, das soeben bei Madlib Invazions erschienen ist, sollte sich das Genie der Heliocentrics nun wirklich rumsprechen.
Music Review
Schacke
Kisloty Forever EP
Der Däne Schacke hat mit seiner »Kisloty Forever EP« dem St. Petersburger Клуб ein kleines Denkmal gesetzt.
Music Review
Kollington Ayinla And His Fuji '78 Organisation
Blessing
Wecker für Muslime: Soul Jazz legt das 1988er Album »Blessing« von Kollington Ayinla And His Fuji ’78 Organisation neu auf.
Music Review
Borusiade
Fortunate Isolation
Auf »Fortunate Isolation« macht Borusiade auch dem letzten klar: wir sind am Arsch, es gibt kein zurück mehr.
Music Review
Sandoz
Sandoz
Meister des Weglassens: 4 Tracks aus Richard H- Kirks bester Phase als Sandoz hat Second Circle nun auf eine neue Schallplatte gepackt.
Music Review
Midori Hirano
Invisible Island
Die Pianistin Midori Hirano entwirft auf dem bei Sonic Pieces erschienenen »Invisible Hands« ihre ganz eigene Form klassischer Musik.
Music Review
Flamingo Pier
Indigo EP
Die Neuseeländer Flamingo Pier veröffentlichen ein Jahr nach ihrem Debüt mit »Indigo« eine weitere EP auf Soundway.
Music Review
Mac Miller
Circles
Mac Miller ist seit anderthalb Jahren tot und bringt trotzdem bessere Platten raus als Eminem. Siehe »Circles«.
Music Review
Squarepusher
Be Up A Hello
Mit »Be Up A Hello« ist soeben das 15. Studioalbum von Squarepusher erschienen. Er knüpft hier sehr nah an seinen früheren Sound an.
Music Review
Men With Secrets
Psycho Romance And Other Spooky Ballads
Donato Dozzy und Retina.it schließen sich als Men With Secrets zu machen, um unterkühlte Wave-Musik zu machen. Wie bitte?
Music Review
Destroyer
Have We Met
»Have We Met«, das neue Album von Destroyer, ist so unzeitgemäß und widersprüchlich, wie sich die Gegenwart anfühlt.
Music Review
I.A.O.
Phase 3
Left Ear veröffentlicht mit »Phase 3« zwischen 1988 und 1995 entstandene Musik der zu unrecht wenig bekannten Berliner Band I.A.O.
Music Review
Ihsan Al-Munzer
Belly Dance Disco
“»Belly Dance Disco«, die erste Veröffentlichung des Libanesen Ihsan Al-Munzer, wurde nun erstmals in voller Länge wiederveröffentlicht.
Music Review
Roc Marciano
Marcielago
Auf seinem achten Album »Marcielago« schert sich Roc Marciano nicht um zeitgenössische Soundentwürfe. Klingt aber dennoch erfrischen roh.
Music Review
Thony Shorby Nyenwi
Sweet Funk Music
Jet hat jetzt das zuerst 1978 veröffentlichte Album »Sweet Funk Music« von Thony Shorby Nyenwi ausgegraben.
Music Review
Okay Kaya
Watch This Liquid Pour Itself
Auf Okay Kayas zweitem Album hätte alles schiefgehen können. Doch bietet »Watch This Liquid Pour Itself« mehr Substanz als Schabernack.
Music Review
Pet Shop Boys
Hotspot
»Hotspot«, das neue Album der Pet Shop Boys, ist soetwas wie ihre Berlin-Platte geworden.
Music Review
Black Lips
Sing In A World That's Falling Apart
Auf »Sing In A World That’s Falling Apart« vermischen die Black Lips Country mit einer cleveren Hinterwäldler-Rhetorik.
Music Review
Callisto
Guidance Is Eternal 2
Mit »Guidance Is Eternal 2« wird die Musik des 2013 verstorbenen Bostoner House-Produzenten Callisto neu aufgelegt.
Music Review
Alessandro Alessandroni
Afro Discoteca Reworked & Reloved
Der vor drei Jahren veröffentlichte Überraschungshit »Afro Discoteca« von Alessandro Alessandroni wurde nun mit Remixen versehen.
Music Review
TNGHT
II
Über sieben Jahren nach ihrem überraschenden Debüt legen Hudson Mohawke und Lunice als TNGHT nun »II« nach.
Music Review
Jeff Parker
Suite For Max Brown
»Suite For Max Brown« ist das erst vierte Soloalbum des tollen Jazzgitarristen Jeff Parker. Makaya McCraven war hier nicht unbeiteiligt.
Music Review
Argonautiks
Trauben über Gold
Scharf gelayerte Sozialkritik auf minimalen Beats gibt es auf »Trauben über Gold« , dem neuen Album der Argonautiks.