Music Review | verfasst 02.09.2016
Jordan Rakei
Cloak
Soul Has No Tempo, 2016
Text Niklas Fucks
Deine Bewertung:
/
Nutzer
8.2
Redaktion
Cover Jordan Rakei - Cloak

Meet Jordan Rakei, Wunderkind des Soul-Revivals. Der Druck ist hoch, seinem EP-Hype mit einem Debüt-Album gerecht zu werden. Das und viel mehr schafft der Singer-Songwriter und Multiinstrumentalist auf »Cloak«, das überrascht. Während die Konkurrenz den Soulection-Sound zum hundertsten Mal durchnudelt verschmilzt hier Neo-Soul mit Jazz, eingespielte Post-J Dilla-Drums mit Afrobeat- und Dub-Referenzen. Jordan Rakeis unverhüllter Gesang ist die Konstante von, wobei Instrumentierung und Produktion mindestens genauso scheinen dürfen. Die detailverliebten Songs erinnern hin und wieder an D’Angelo & The Vanguard, mit ihren plötzlichen Tempowechseln, ihrer Loopverliebtheit und den ungewöhnlichen Rythmen aber eher noch an Robert Glasper oder BBNG mit einem unheimlich talentierten Sänger. Klar, hier wird der Herzschmerz nicht neu erfunden, aber Jordan Rakei scheitert eben nicht da, wo viele Sänger und Komponisten mit Hip-Hop-Hintergrund hängen bleiben: er rappt nicht über Beats, seine Songs sind vielseitig und durchdacht. Manche sicher mutiger als andere, doch selbst die weniger bahnbrechenden Titel bereichern das Album. Das ergibt eine unerwartete Vielfalt an Klängen, Melodien und Rhythmen, ohne dass »Cloak« zusammengewürfelt klingt. Wenn man sich dann erinnert, dass der junge Mann erst Anfang 20 ist, wird das Ganze plötzlich unangenehm und man fängt an sich unangenehme Fragen zu stellen. Hätte ich weiter Klavier spielen sollen?

Verlosung
Jordan Rakei - 1 x 2 Tickets für die Show in Hamburg zu gewinnen
Wir verlosen 1×2 Freikarten für das Jordan Rakei Konzert in Hamburg. Du musst nichts weiter tun als dich einzuloggen und an der Verlosung teilnehmen. Die Gewinner werden ausgelost.

Die Verlosung läuft bis zum 23.09.2019.
Du musst eingeloggt sein um an einer Verlosung teilzunehmen. ― Login
Verlosung
Jordan Rakei - 1 x 2 Tickets für die Show in Berlin zu gewinnen
Wir verlosen 1×2 Freikarten für das Jordan Rakei Konzert in Berlin. Du musst nichts weiter tun als dich einzuloggen und an der Verlosung teilnehmen. Die Gewinner werden ausgelost.

Die Verlosung läuft bis zum 23.09.2019.
Du musst eingeloggt sein um an einer Verlosung teilzunehmen. ― Login
Verlosung
Jordan Rakei - 1 x 2 Tickets für die Show in Köln zu gewinnen
Wir verlosen 1×2 Freikarten für das Jordan Rakei Konzert in Köln. Du musst nichts weiter tun als dich einzuloggen und an der Verlosung teilnehmen. Die Gewinner werden ausgelost.

Die Verlosung läuft bis zum 23.09.2019.
Du musst eingeloggt sein um an einer Verlosung teilzunehmen. ― Login
»Cloak« von Jordan Rakei findest du bei hhv.de:2LP
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Liste | verfasst 18.09.2017
12 Organic Groovers,
die die letzten 12 Monate geprägt haben
Junge Menschen kaufen alte Platten, Hauptsache Kalimba, Conga, Hauptsache es klingt irgendwie erdverbunden. Wo doch alles so digital geworden ist. Aber man muss dafür gar nicht in der Vergangenheit diggen…
Music Review | verfasst 21.09.2016
Sampology
Natural Selections
»Natural Selections« ist das zweite Album von Sampology, einem Kumpel von Jordan Rakei aus Brisbane.
Music Review | verfasst 01.10.2010
Aloe Blacc
Good Things
Mit seinem zweiten Album besinnt sich Aloe Blacc auf die Wurzeln schwarzer Protestmusik im Pop.
Music Review | verfasst 18.08.2010
Sylvia Striplin
Give Me Your Love
Verheißungsvoll blitzt die nackte Schulter unter dem opulenten weißen Pelz auf dem Cover von Give Me Your Love hervor.
Music Review | verfasst 09.02.2010
Rufus Thomas
Walking The Dog
Rufus Thomas steht für die humorvollste und impulsivste Art des Rythm’n’Blues. Kein anderer verstand es wie er, Menschen durch Musik zu verbinden.
Music Review | verfasst 18.11.2010
Various Artists
Groove Merchant Turns 20
Der legendäre Plattenladen Groove Merchant in San Francisco wird 20 und Betreiber Chris Veltris feiert
Music Review
Saint Petersburg Disco Spin Club
Live Sessions Vol.2
Kito Jempere hat ein neues Darling: Saint Petersburg Disco Spin Club. Die »Live Sessions Vol.2« sind bei Emotional Response erschienen.
Music Review
Gökçen Kaynatan
Cehennem
1973-1975 verarbeitete Gökçen Kaynatan mit einem EMS Synthi AKS sein körperliches Leid. Das dabei entstandene Album erscheint erst jetzt.
Music Review
Alexander Tucker
Guild Of The Asbestos Weaver
»Guild Of The Asbestos Weaver« von Alexander Tucker ist ein absolutes rundes Ding. Große Wellen schlagen wird es trotzdem nicht.
Music Review
Alphonse
Stolen Sunrise
Die Sonne scheint jetzt immer. Auch auf dem Dancefloor. »Stolen Sunrise« von Alphonse ist deshalb eine der Platten der Stunde.
Music Review
Dazion
A Bridge Between Lovers
Sommerliche Töne sind auf »A Bridge Between Lovers«, dem neuen Release von Dazion zu hören, der soeben bei Second Circle erschienen ist.
Music Review
Kosh
Vicious Love
Kosh, der derzeit gehypteste Export aus Marokko seit Nanaminze, Haschisch und Bibelfilmen, fackelt auch auf »Vicious Love« nicht lange rum.
Music Review
Die Höchste Eisenbahn
Ich Glaub Dir Alles
Allerhöchste Eisenbahn! Mit »Ich Glaub Dir Alles« ist das zweite Album von Die Höchste Eisenbahn endlich erschienen.
Music Review
Brian Eno
Apollo: Atmospheres And Soundtracks
Neu gemastert und mit einer zweiten Platte mit neuen Songs bestückt wurde das tolle »Apollo« von Brian Eno aus dem Jahr 1983 neu aufgelegt.
Music Review
MR TC & Lo Kindre
Phase001
MR TC und Lo Kindre haben ein Label aus der Taufe gehoben und gleich auch ein gemeinsamen Release fertiggestellt.
Music Review
Floating Points
Lesalpx / Coorabell
Nach fast zwei Jahren ohne neue Musik hat Floating Points kürzlich die beiden neuen Tracks »Lesalpx« und »Coorabell« veröffentlicht,
Music Review
Iron Curtis
And The Temper
Iron Curtis kehrt auf Office Recordings zurück. Seine EP »And The Temper« erzählt eine kleine Geschichte – im House-Bereich eine Seltenheit.
Music Review
Freddie Gibbs & Madlib
Bandana
Freddie Gibbs und Madlib, der Rapper und der Beatschmied, haben sich endgültig gefunden. Mit »Bandana« ist ihnen etwas großartiges gelungen.
Music Review
Fernando Falcão
Memória Das Águas
Kein Ethnoscheiß und auch kein plumper Nihilismus: Selva Disco legt »Memória Das Águas« von Fernando Falcão wieder auf.
Music Review
Odd Okoddo
Okitwoye
Odd Okoddo sind Sven Kacirek und der Sänger und Lautenist Olith Ratego. »Okitwoye« liefert einen ersten Vorgeschmack auf ihr Debütalbum.
Music Review
J.Derwort
Bamboo Music
Jacobus Derwart von The Chi Factory hatte in den späten 1980er Jahren mit Bambusflöten und Zweispurrekorder »Bamboo Music« aufgenommen.
Music Review
Shakti
Verboden Dromen
Aus den Hochzeiten der belgischen Clubkultur der 1980er Jahre kommt »Verboden Dromen« von Shakti, den Stroom wieder verfügbar gemacht hat.
Music Review
Biochip
Synthase
Das kanadische Duo Biochip debütiert mit »Synthase« auf Albumlänge auf Central Processing Unit.
Music Review
Why?
AOKOHIO
Psych Pop zwischen verschroben und hymnisch, mal kryptisch verklausuliert, mal mit der emotionalen Dampfwalze von Befindlichkeitsnudisten.
Music Review
Dots (Atom TM)
Dots
1994 nur auf CD erschienen, wird »Dots« nun via Astral Industries erstmals auf Vinyl veröffentlicht.
Music Review
Tim Jackiw
Many Moons
Zwischen 1995 und 1998 hat Tim Jackiw in Adelaide auf seinem Amiga 500 Tracks produziert, die jetzt als »Many Moons« veröffentlicht wurden.
Music Review
Michael Orr And The Book Of Life
Love Will Rise
»Love Will Rise« von Michael Orr And The Book Of Life aus dem Jahr 1979 ist ein Plädoyer für die Nächstenliebe.
Music Review
Michael Orr
Spread Love
Mit »Spread Love« von Michael Orr veröffentlicht Light In The Attic ein zu Unrecht vergessenes Album aus der Hochphase des R&B neu.
Music Review
Naosuke Miyamoto Sextet
Step!
1973 standen die Zeichen im japanischen Jazz auf Aufbruch. In diesem Jahr nahm das Naosuke Miyamoto Sextet »Step!« auf.
Music Review
Young Marco
Bahasa
Fünf Jahre nach einem prägenden Besuch von Indonesien hat Young Marco mit »Bahasa« das Ergebnis dieser Auseinandersetzung veröffentlicht.
Music Review
Cold Front
Beyond The Beat
Aus Minneapolis kommt das nächste Fundstück aus dem Knekelhuis. Dort haben um 1990 Cold Front »Beyond The Beat« aufgenommen.
Music Review
Desmond Coke
Let's Chase The Sun
1989 hat Desmond Coke in Eigenregie das Album »Let’s Chase The Sun« aufgenommen. Jetzt wird es von EMotional Rescue wiederveröffentlicht.
Music Review
Tycho
Weather
Auf seinem fünften Album »Weather« versucht Tycho etwas neues. Er arbeitet mit Stimme. Genauer: Saint Sinners Stimme. Und es funktioniert.
Music Review
Llewellyn
These Days
Llewellyn nennt sich der in erster Linie als Lake People bekannte Leipziger Martin Enke auf seiner neuen, sehr sonnigen EP »These Days«.
Music Review
Eiger Drums Propaganda
II
Ist das das letzte Album von Eiger Drums Propganda? Am Ende klingt es beinahe so. Bis zur offiziellen Bestätigung ist es aber Album »II«.
Music Review
Low Leaf
Baker's Dozen Vol.12
New Age-Musik, die alles andere als esoterisch klingt: »Baker’s Dozen Vol.12« kommt von der kalifornischen Harfinistin Low Leaf.
Music Review
Tommy Guerrero
From The Soil To The Soul
2006 via Quannum nur auf CD erschienen, legt Be With jetzt 13 Jahre später »From The Soil To The Soul« von Tommy Guerrero als Vinyl LP nach.
Music Review
Karen Gwyer
Man On Mountain EP
Seit »Rembo« 2017 ist es still geworden um karen Gwyer. Jedenfalls blieben die Releases aus. Das ändert sich mit »Man On Mountain« nun.
Music Review
Rhye
Spirit
Rhye haben eine neue Platte veröffentlicht und schenkt man den Worten dieser Rezension glauben, dann fehlt »Spirit« der Spirit.
Music Review
Musical Breed
Save The Little Children
In den Achtzigern war Reggae in Nigeria groß. In dieser Zeit nahmen Musical Breed ihr ungewöhnlich raues »Save The Little Children« auf.
Music Review
River Yarra
Frogmania EP
Frösche, Frösche, Frösche. Der australische Produzent River Yarra macht keine halben Sachen. Auf »Frogmania« quakt es, was das Zeug hält.
Music Review
Coil
Theme From The Gay Man‘s Guide to Safer Sex
1992 haben Coil den Soundtrack zu »Theme From The Gay Man‘s Guide to Safer Sex« komponiert, aber bislang nie veröffentlicht.
Music Review
Ariel Kalma
Nuits Blanches Au Studio 116
»Nuits Blanches Au Studio 116« versammelt fünf bislang unveröffentlichte Stücke von Ariel Kalma, die einen vielseitigen Komponisten zeigen.
Music Review
Various Artists
Street Soul Brazil 1987-1995
Die Compilation »Street Soul Brazil 1987-1995« zeigt entschleunigte Tanzmusik die braslianische Städter vor 30 Jahren zum Engtanz bewegte.
Music Review
Félicia Atkinson
The Flower And The Vessel
Schallplatten von Félicia Atkinson sind etwas Besonderes. Hier passt alles: Design, Sound, Kunst. So auch bei »The Flower And The Vessel«.
Music Review
Thom Yorke
Anima
War das zu erwarten? Thom Yorke hat mit »Anima« sein bislang eingenständigstes künstlerisches Statement als Solokünstler abgegeben.
Music Review
TRjj
Music Compilation: 12 Dances
Die »Music Compilation: 12 Dances« von TRjj weckt Erinnerungen an die jüngere Vergangenheit und ist ganz und gar gegenwärtig.