Music Review | verfasst 10.11.2016
Shlohmo
Bad Vibes 5th Anniversary Edition
Friends Of Friends, 2016
Text Steffen Kolberg
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7.4
Redaktion
Cover Shlohmo - Bad Vibes 5th Anniversary Edition

Fünf Jahre ist es also jetzt schon her, dass Henry Laufer aka Shlohmo mit seinem Debütalbum den Zeitgeist von – genau – vor fünf Jahren einfing: Zum einen hatte kein Mensch 2011 noch Bock auf den langweilig vor sich hin schwurbelnden Chillwave-Sound, man wartete sehnsüchtig auf dessen Ablöse. Zum anderen klebten Burial, James Blake und Co. zu diesem Zeitpunkt schon lange genug auf der Bildfläche fest, um allen klarzumachen, wohin die Reise gehen würde: weniger Struktur, tieferer und pointierterer Bass. Shlohmo hing zwischen Vergangenheit und Zukunft fest: »Bad Vibes« kombinierte Dauerrauschen mit auf den Punkt einsetzendem Bassgebrumme und legte so den Shlohmo-Signature-Sound fest, der nur ein, zwei Jahre halten sollte. Klug arrangiert, fressen sich die »Bad Vibes« auf Albumlänge immer tiefer in die Tracks: Was mit dem Opener »Big Feelings« noch hoffnungsfroh beginnt, wird immer dunkler, bis es einem bei »Trapped In A Burning House« schaurig die Nackenhaare hochstellt und sich in »Your Stupid Face« nochmal die ganze angestaute Angekotztheit bündelt. Nach »Bad Vibes« kamen noch einige interessante EPs und Singles heraus, Shlohmo sorgte als Produzent und Remixer noch hier und da für Aufsehen; das letztjährige Nachfolge-Album »Dark Red« kratzte allerdings eher an der Grenze zur Bedeutungslosigkeit. Jetzt dürfen wir also nochmal den alten Shlohmo zurückhaben, in Form der »Bad Vibes 5th Anniversary Edtion«, inklusive der 12" »Rarities and Extras«, bestehend aus den Tracks der damals schon erschienenen »Places EP«, Liveaufnahmen und Demo-Fetzen. Das alles auf einer Platte zusammengeführt hätte sich sicher 2011 oder 2012 ganz gut gemacht und die Shlohmo-Lovers schmachten lassen. Heute hingegen dient das Ganze höchstens zum Schwelgen in vergangenen Zeiten und Sounds: Bis auf den Boards-Of-Canada-Gedächtnis-Track »Things I Lost« und das ziemlich schöne Demo-Geplucker von »Asleep On The 22« kommen hier keine für die heutige Musikwelt interessanten oder überraschenden Seiten des Henry Laufer zum Vorschein.

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