Music Review | verfasst 28.11.2016
Sun Ra
Singles Vol. 1
Strut, 2016
Text Jan Paersch
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Redaktion
Cover Sun Ra - Singles Vol. 1

Er war ein Musiker, ein Poet, ein Schamane, ein Priester, und ein Prophet, heißt es in den umfangreichen Liner Notes von »Singles Volume 1«. Eine weitere Compilation mit Musik aus dem außerordentlichen Kosmos von Sun Ra aus dem Hause Strut Records. Und auch diese ist sehr empfehlenswert. »Singles Volume 1« deckt die Jahre 1952 bis 1961 ab, in denen Herman Blount als Sun Ra genauso mit Spoken Word experimentierte wie mit beinahe traditionellem Bebop. Herrlich die Aufnahmen mit mehreren Chicagoer Vokalensembles; und sogar ein Weihnachtslied nahm der Mann, der seinen Künstlernamen vom ägyptischen Sonnengott lieh, auf. Es finden sich einige Raritäten auf dieser 3LP, denn von einigen Exemplaren der ursprünglichen 45s wurden nur 50 Stück gepresst. In den frühen Jahren waren selten schräge Synthesizer-Experimente oder abgefahrene Space-Sounds von Sun Ra zu hören, dennoch sind dies kaum radiotaugliche Singles. Auch wenn ein Song wie »Daddy’s Gonna Tell You No Lie« durchaus Popmusik-Qualitäten besitzt. Der Bandleader hat stets behauptet, ein Alien zu sein. Er stamme vom Saturn und sei auf einer Mission, Frieden auf die Erde zu bringen. Mit dieser Absicht mag er gescheitert sein. Aber wer einen Abend mit dieser Compilation verbracht hat, ist durchaus geneigt, ihm zu glauben.

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