Music Review | verfasst 19.12.2016
Bohren & Der Club Of Gore
Black Earth
Pias, 2016
Text Lars Fleischmann
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Redaktion
Cover Bohren & Der Club Of Gore - Black Earth

Und die nächste Vinyl-ReIssue aus dem Hause Bohren & Der Club of Gore. PIAS tut sehr gut daran, sich selbst mit den Bohren-Klassikern noch einmal vinylmäßig auszustatten. Zwar ist »Black Earth«, anders als »Sunset Mission« – oder »Geisterfaust«, wo wir nächsten Monat drauf zu sprechen kommen werden – 2002 auf Vinyl erschienen; doch mittlerweile vollkommen unerschwinglich auf bekannten Plattenbörsen. Hier kommt nun endlich Abhilfe. Und die ist sehr willkommen. »Black Earth«, in schwarzes Gold gepresst, erzeugt spontan eine Sogwirkung schon nach den ersten Tönen, die sondergleichen ist. Die Synthi-Chor-Emulation, der tiefe, schier endlose erste Anschlag Robin Roddenbergs am Kontrabass, die Snare, so offen wie das ›O‹ im polnischen. Dann das zart umherschweifende Rhodes – eine Offenbarung. Eine dunkle Offenbarung, wenn man genau sein möchte. Denn um nichts anderes als ein Meisterwerk der Düsternis handelt es sich hier. An so mancher Stelle meint man gar H.P. Lovecraft, entzückt dahinpfeifend, zu hören. War »Sunset Mission« noch der Gang durch eine Großstadt bei Nacht, bleiben bei »Black Earth« die meisten Bilder unerfüllt, oder gar unaufgerufen. Die große Leistung der vier Musiker auf dieser Platte ist zumeist unklar im Antrieb zu bleiben ohne unstet oder gar ungenau zu werden. Hier sitzt wieder jeder Schlag, jeder Zupfer. Doch ungreifbar, vielleicht sogar unbegreifbar, bleibt man hier. »Black Earth« zeigt aus der ReIssue-Serie den brutalsten Ansatz, die brutalste Umsetzung des Bohren-Sounds. Dunkelheit wird niemals zu Licht!

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