Music Review | verfasst 23.01.2017
Awa Poulo
Poulo Warali
Awesome Tapes From Africa, 2017
Text Andreas Schnell
Deine Bewertung:
8.0
Nutzer (1)
8.1
Redaktion
Cover Awa Poulo - Poulo Warali

Flöte, die Laute Ngoni, Daumenklavier, Soku (eine einseitige Geige) und traditionelle Percussion prägen neben Awa Poulos geschmeidiger Stimme den warmen, hypnotischen Klang von »Poulo Warali«. Dessen Basis ist die Musik der Fula, einem Volk, das in weiten Teilen Westafrikas ansässig ist. Awa Poula, die aus Dilly im Südwesten Malis, nahe der mauretanischen Grenze kommt, erweitert das Klangspektrum um elektrische, sacht verzerrte Gitarren und macht sie auf diese Weise behutsam bereit für die Moderne, nicht ohne ihren Vorgängern Respekt zu zollen. Schließlich ist eine Inna Baba Coulibaly, ihre Zweitmutter, eine wichtige Stimme der Fula-Kultur. Nachdem Awa Poulo bereits in Mali mit verschiedenen selbstverlegten Tapes und CDs von sich reden gemacht hat, ist ihre Musik jetzt zum ersten Mal für den Rest der Welt zugänglich – dank dem umtriebigen Musikethnologen Brian Shimkowitz von Awesome Tapes From Africa, der für seine unermüdliche Entdeckerarbeit kaum genug zu würdigen ist.

»Poulo Warali« von Awa Poulo fidnest du bei hhv.de: LP
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 17.06.2016
Hailu Mergia & Dahlak Band
Wede Harer Guzo
Für einen Jam hatte sich der äthiopische Keyboarder Hailu Mergia mit der Dahlak Band zusammengetan. Das Ergebnis: »Wede Harer Guzo«.
Music Liste | verfasst 14.07.2016
Die 24 besten
Reissues des Jahres (bis jetzt)
Keine Compilations, sonst eigentlich alles. 24 Reissues, die aus dem redaktionsinternen, wutdemokratischen Verhandlungen als absolut unabdingbar herauskamen. Dann in Texte gegossen und alphabetisch sortiert.
Music Kolumne | verfasst 15.12.2016
Jahresrückblick 2016
Top 50 Reissues
Wir hatten in diesem Jahr mehr Schwierigkeiten uns auf die essentiellen Reissues festzulegen als auf die besten Neuerscheinungen. So viel teures Wishlist-Material wurde dieses Jahr wiederveröffentlicht. Aber hier ist sie nun: unsere Top 50.
Music Review | verfasst 24.11.2010
Ebo Taylor
Love & Death
Highlife- und Afrobeat-Legende Ebo Taylor veröffentlicht nach 20jähriger Abstinenz ein neues Album.
Music Review | verfasst 01.09.2010
Various Artists
Afrobeat Airways
Mehr als 77 Minuten feinster Afro-Beat als Beispiel für die Funk, Soul- und Jazzmusik der 1970er Jahre in Togo und Ghana.
Music Review | verfasst 10.11.2010
Various Artists
Angola Soundtrack
Die erstaunliche Qualität der Compilation beweist, dass es noch viel in Afrika zu entdecken gibt.
Music Review
Wolf Eyes
Undertow
»Undertow« ist der in etwa hundertste Release – ungelogen – in der zwanzigjährigen Geschichte von Wolf Eyes.
Music Review
Conrad Schnitzler / Pole
Con-Struct
In der Reihe »Con-Struct« auf Bureau B darf diesmal Pole Hand an das Material des 2011 verstorbenen Soundtüftlers Conrad Schnitzler legen.
Music Review
Various Artists
Original Sound Of Mali
Das Label Mr Bongo erinnert mit der Compilation »Original Sound Of Mali« an die reiche Tradition des afrikanischen Landes erinnert.
Music Review
Retrogott
Funky Beats And A Supersonic Turbojet
Der Retrogott macht nicht nur funky Hip Hop, sondern auch funky House. Seine neue EP ist Dienst nach Vorschrift, aber auch verdammt catchy.
Music Review
Jakuzi
Fantezi Müzik
Man kann auch popkulturell Zeichen gegen politische Entwicklungen setzen: »Fantezi Müzik« von Jakuzi ist ein mutiges wie notwendiges Werk.
Music Review
Spiral Stairs
Doris And The Daggers
So entspannt wie entspannend spielt Scott Kannberg auch auf seinem dritten Album also einfach weiterhin das, was er am besten kann.
Music Review
Golden Diskó Ship
Imaginary Friends
Golden Diskó Ship sammelt Töne und Klänge aller Art und bastelt sich auf »Imaginary Friends« eine unbekannte, bunte Klangwelt.
Music Review
Li Garattoni
Find Out What I'm Dreaming
Die Neuauflage von Li Garattonis »Find Out What I’m Dreaming« schreibt Musikgeschichte nicht neu, mogelt ihr aber eine schöne Fußnote unter.
Music Review
The Ahmad Jamal Trio
The Awakening
Fusion, Easy Listening, orchestrale Arrangements und Chöre waren ihm nicht fremd. Doch seine besten Alben nahm Ahmad Jamal im Trio auf.
Music Review
Tuxedo
Tuxedo II
Mayer Hawthorne und Jake One widmen sich auf »Tuxedo II« erneut ihrer gemeinsamen Vorliebe für Disco, Boogie und G-Funk.
Music Review
Teengirl Fantasy
8am
Nach »7am« aus dem Jahr 2010 schlägt es nun zur vollen Stunde: »8am« von Teengirl Fantasy ist Update und Umkehr zugleich.
Music Review
Kid Koala & Emiliana Torrini
»Music To Draw To: Satellite«
KId Koala macht wieder zweckorientierte Musik – mit »Music To Draw To: Satellite«, für die er Emiliana Torrini ins Studio geholt hat.
Music Review
Jazz Quintet
The Last Call - Lost Jazz Files 1962/63
Mit »The Last Call – Lost Jazz Files 1962/63« veröffentlicht das Label Sonorama tolle Aufnahmen der dänischen Kombo Jazz Quintet 60.
Music Review
Jarvis Cocker & Chilly Gonzales
Room 29
Im »Room 29« des Hotel Château Marmont beginnt Jarvis Cocker über dessen Geschichte zu sinnieren. Chilly Gonzales stimmt mit ein.
Music Review
Various Artists
Mono No Aware
»mono no aware«, die erste Compilation aus dem Hause PAN ist ein Plädoyer für offen gehaltene Ohren.
Music Review
Various Artists
Vodou Drums In Haiti Volume 2
20 Jahre nach der ersten Serie von dokumentarischen Aufnahmen sind Soul Jazz für »Vodou Drums In Haiti 2« erneut in die Karibik gereist.
Music Review
Yasmine Hamdan
Al Jamilat
Sie wurd ebekannt durch Jim Jarmuschs »Only Lovers Left Alive«. Jetzt hat Yasmine Hamdan mit »Al Hamilat« ihr zweites Album veröffentlicht.
Music Review
Adult.
Detroit House Guest
»Detroit House Guest«, das neue Album von Adult, ist das Ergebnis eines »anthropologischen Klangexperiments«.
Music Review
Midori Takada
Through The Looking Glass
Ein Anwärter für die Bestenliste am Ende des Jahres im Segment »Reissue«: »Through The Looking Glass« von Midori Takada.
Music Review
Spoon
Hot Thoughts
Seit 25 Jahren ein Garant für gute Gitarrenmusik: Spoon veröffentlichen mit »Hot Thoughts« ihr neuntes Album. Es ist sehr gut geworden.
Music Review
Various Artists
Spiritual Jazz 7: Islam
»Spiritual Jazz 7« gewährt einen Einblick in die komplexe Verknüpfung zwischen Jazz, afro-amerikanischer Geschichte, Emanzipation und Islam.
Music Review
Tamikrest
Kidal
Seit 2006 praktizieren die malischen Musiker von Tamikrest einen zwischen Tuareg-Tradition und westlichen Einflüsse perfekt tarierten Rock.
Music Review
Mor Elian
Echopark
Mor Elian macht auf ihrer dritten EP »Echopark« Musik für Turnschuhpflicht beim Clubbesuch, soll heißen: Irgendwo zwischen House und Techno.
Music Review
Planetary Assault Systems
The Light Years Reworks
Luke Slater lädt zur Party ein und serviert Trüffel zu Kartoffelsalat. Auf »The Light Years Reworks« glänzt vor allem einer: Er selbst.
Music Review
Minas
Num Dia Azul
Seine Wirkung verfehlt das erstmals 1983 erschienene »Num Dia Azul« von Minas auch 34 Jahre später nicht.
Music Review
Mr. YT
Brand New Day
So zeitlos wie der Name Mr. YT ist auch seine Musik. Nach 20 Jahren darf die Welt das noch einmal erfahren.
Music Review
High Plains
Cinderland
Loscil und Mark Bridges gehen auf »Cinderland«, ihrem gemeinsamen Album als High Plains, in staubige, trockene Ebenen.
Music Review
Rene Costy
Expectancy
Das Best Of »Expectancy« ist die einzige Rene Costy Platte, die du brauchst. Natürlich auch weil du dir seine Originale nie leisten wirst.
Music Review
Real Estate
In Mind
»In Mind« ist nicht nur das reifste, sondern auch das musikalisch vielschichtigste Album von Real Estate geworden.
Music Review
Kassel Jaeger & Jim O'Rourke
Wakes On Cerulean
Das scharfe, wache Ohr von Kassel Jaeger verleiht auf »Wakes On Cerulean« den Texturgebilden von Jim O’Rourke ihre anziehende Intensität.
Music Review
Clutchy Hopkins & Fat Albert Einstein
High Desert, Low Tide
Roh und verzerrt liefern Clutchy Hopkins und Fat Albert Einstein mit ihrem dubbigen Funk auf »High Desert, Low Tide« etwas Ungewöhnliches.
Music Review
Daymé Arocena
Cubafonia
Von Gilles Peterson entdeckt, veröffentlicht die Kubanerin Daymé Arocena mit »Cubafonia« nunr ihr zweites Album bei Brownswood Recordings.
Music Review
Mädness & Döll
Ich und mein Bruder
Mädness & Döll lassen auf ihrem ersten gemeinsamen Album «Ich und mein Bruder» mental die Hosen runter.
Music Review
Shobaleader One
Elektrac
Squarepusher spielt mit Liveband als Shobaleader One elf Klassiker seiner Karriere ein. Die Aufnahmen werden den Originalen nicht gerecht.
Music Review
The Shins
Heartworms
The Shins schaffen es auch mit »Heartworms« einen den Tag zu versüßen. Dein Leben werden sie damit allerdings nicht verändern.
Music Review
Helge Schneider & Pete York
Heart Attack No.1
»Heart Attack No.1« könnte die letzte Schallplatte von Helge Schneider gewesen sein, denn der will nur noch auf der Bühne spielen.
Music Review
The Scorpios
The Scorpios
Die sieben Musiker von The Scorpios kommen ursprünglich aus dem Sudan. Ihr in der neuen Heimat London aufgenommenes Debüt ist beeindruckend.
Music Review
Onra
Chinoiseries Pt. 3
Onra wollte mit »Chinoiseries Pt.3« noch tiefer gehen, die unwahrscheinlichen Samples finden und so viele Emotionen wie möglich integrieren.
Music Review
Why?
Moh Lhean
Zehn neue, äußerst detailreiche und vor allem überraschend unironische Songs von Why? sind auf »Moh Lhean« zu hören.
Music Review
Lee Holman
One Man Army Remixes
Das Remix-Paket zu Lee Holmans »One Man Army«-EP auf Raw Waxes schneidet die Originale auf kleinere und umso düstere Floors zurecht.
Music Review
Temples
Volcano
»Volcano« ist ein poppiger, kurzweiliger Zweitling geworden, auch wenn Temples knietief in der Heldenverehrung steckengeblieben sind.