Music Review | verfasst 13.02.2017
Tinariwen
ELWAN
Wedge, 2017
Text Martin Silbermann
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6.5
Redaktion
Cover Tinariwen - ELWAN

Der Erhabenheit und Einsamkeit verstrahlende Wüsten-Sound von Tinariwen hat allerspätestens mit diesem achten Album etwas von seiner ursprünglichen Magie verloren. Seit ihrer Gründung im Jahr 1980 hat sich einfach sehr viel an unser aller Hörgewohnheiten geändert, am Sanddünen-Blues aus Gitarren-Kaskaden, spärlichen Trommeln mit Handclaps und hypnotischen Call-And-Response-Gesängen leider recht wenig. Obwohl mit jungen Mitgliedern versucht wird, eine Art Generationenübergang innerhalb der Band zu vollziehen, sucht man auf »ELWAN« vergeblich nach modernen, elektronischen Einflüssen. Dabei gibt es seit Jahren spannende Entwicklungen innerhalb der Musikszene der Sahelzone. Auf »ELWAN« hört man vielmehr westliche Rock-Einflüsse von ihrer Zusammenarbeit mit u.a. Matt Sweeney, Mark Lanegan oder Kurt Vile heraus, die Tinariwen in Josh Hommes Studio im Joshua Tree Nationalpark besuchten. Die ehemals poetischen Texte über Revolte und Revolution haben inzwischen ebenfalls an Kraft eingebüßt, Tinariwens Status als erste elektronisch verstärkte Tuareg-Band ist nun zu einem Geschäftsmodell geronnen. Sein Publikum wird »ELWAN« trotzdem (oder gerade deshalb?) sicherlich finden. Denn von sanften, traditionellen Ganga-Songs (»Fog Edaghàn«) bis zu tanzbaren Funk-Stücken (»Assàwt«) sollte für jede(n) etwas dabei sein.

»ELWAN« von Tinariwen findest du bei hhv.de: 2LP
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