Music Review | verfasst 11.02.2017
MecsTreem & Doe Diggla
Hydrofunk
Record Jet, 2017
Text Andreas Brüning
Deine Bewertung:
8.0
Nutzer (3)
7.2
Redaktion
Cover MecsTreem & Doe Diggla - Hydrofunk

Funk, Ambient, Electro oder Hip-Hop? MecsTreem und Doe Diggla haben sich stilistisch bei ihrer rein instrumental gehaltenen Split-LP nicht festgelegt und legen mit »Hydrofunk« eine Sammlung ganz eigener, genreübergreifender, aber garantiert nicht beliebiger und äußerst entspannter Tracks vor. So kombinieren die beiden Musiker selbstbewusst Vintage-Synthesizer-Flächen mit 808-Beats, dicke Bässe, E-Piano, digitalen Flötentönen, fiepsigen Dr Dre-Keyboard-Melodien und gesamplete sehnsuchtsvolle Frauenstimmen mit angenehm stolpernden Beats und flüssigen Synthie-Arpeggios. Retro klingt das aber nur bedingt, da die MecsTreem-Seite mit Einflüssen von zeitgemäßer englischer Bass-Musik arbeitet und das Produktionsniveau absolut auf der Höhe der Zeit ist. Doe Digglas Tracks sind dubbiger, arbeiten mit mehr Samples, Loops und Vokal-Schnipseln, stehen denen von seinem musikalischen Partner in puncto Funkyness und fließender Slow Motion aber in nichts nach. Das Album hat mit einer guten halben Stunde Spielzeit knackig perfekte Vinyl-Länge und besticht neben seiner immer gelassenen Entspanntheit durchgehend mit einer großen Spannweite an interessanten Sounds, unterschiedlichen Beats und Atmosphären. Dazu überzeugt »Hydrofunk« (der Name des Albums ist absolutes Programm!) in seiner Gesamtheit trotz der streng nach LP-Seiten getrennten Solo-Tracks durch seine große musikalische und atmosphärische Homogenität.

Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 11.02.2014
MecsTreem
Drunken Robots 7“
Eine beatlastige Stellungnahme zum prädestinierten Dasein eines Roboters vom Berliner Beatbastler MecsTreem.
Music Review | verfasst 04.10.2011
Evidence
Cats & Dogs
Nach vier Jahren in der Versenkung kehrt Evidence mit einem Album zurück, das zeigt, wie einfach und wie gut Hip Hop sein kann.
Music Review | verfasst 18.10.2011
Hassaan Mackey & Apollo Brown
Daily Bread
Apollo Brown schließt sich mit dem Rapper Hassaan Mackey zusammen. Wer souligen Hip Hop mag, wird hier auf seine Kosten kommen.
Music Review | verfasst 28.11.2011
Eligh & Amp Live
Therapy At 3
Mit Eligh von den Living Legends und Amp Live von Zion I finden sich Mitglieder zwei der bedeutsamsten Rap-Crews Kaliforniens zusammen.
Music Review | verfasst 13.12.2011
9th Wonder
The Wonder Years
Hochgepitchte Soul-Samples und krachende Snares waren schon immer das Erfolgsrezept von 9th Wonder.
Film Review | verfasst 16.12.2011
A Tribe Called Quest
Beats, Rhymes & Life: Travels Of ATCQ
Eine Dokumentation über A Tribe Called Quest zeigt, wie es anfing, wieso die Band zerbrach und wie es in Zukunft weiter gehen könnte.
Music Review
Tony Allen
A Tribute To Art Blakey & The Jazz Messengers
Tony Allen, einer der größten Schlagzeuger unserer Zeit, würdigt mit »A Tribute To Art Blakey & The Jazz Messengers« einem anderen Drummer.
Music Review
Adolf Stern
More… I Like It - 12"
Adolf Stern hat 1979 diese zwei infektiösen Italo-Nummern veröffentlicht. Nun ist die 7" wieder erhältlich.
Music Review
Wavves
You're Welcome
Das sechste Album der kalifornischen Rockband erscheint in Eigenregie. Mit dem Ergebnis können sie zufrieden sein: »You’re Welcome«.
Music Review
Husten
Husten
Gisbert zu Knyphausen und Moses Schneider sind mit ihrem Projekt Husten so gestrig-unoriginell, dass es schon wieder sympathisch wird.
Music Review
Robert Hood
Paradygm Shift
Robert Hoods erste LP seit »Motor: Nighttime World 3« bedeutet keine Rückkehr zur alten Form. »Paradygm Shift« updatet aber alte Formeln.
Music Review
T.Raumschmiere
Heimat
Es muss ja in der Musik nicht immer brachial zugehen, um einen Effekt zu erzielen. Mit »Heimat« ist T-Raumschmiere zurück bei Kompakt.
Music Review
Skepta
Konnichiwa
Hören wir Skeptas fünftes Album nochmal vom Hype ausgenüchtert und mit einem Jahr Abstand. Es ist jetzt besser.
Music Review
The Lloyd McNeil Quartet
Asha
1969 in sehr kleiner Auflage veröffentlicht, wird »Asha« von Lloyd McNeill nun bei Soul Jazz Records wiederveröffentlicht.
Music Review
!!!
Shake The Shudder
Schütteln hilft. !!! (Chk Chk Chk) haben mit »Shake The Shudder« das passende Album aufgenommen.
Music Review
So Inagawa
Logo Queen
Eine EP wie »Logo Queen« kann wohl nur in Tokyo entstehen, doch So Inagawas Sound kann und will die ganze Welt erobern.
Music Review
Pearson Sound
Robin Chasing Butterflies
Mit »Robin Chasing Butterflies« sendet Pearson Sound ein Lebenszeichen, das sein bisheriges Werkeln zu einer Dancefllor-Platte kondensiert.
Music Review
Palmbomen II
Memories Of Cindy Pt.1
Musik für ein Twin Peaks-Revival der anderen Art. Schauplatz: eine verglaste Mall mit unzähligen Wasserfällen und Buddha-Statuen.
Music Review
Oratorium
»Oratorium«
DJ Scientist schlägt dem Teufel ein Schnippchen – und legt mit dem Release der »Oratorium« LP ein geiles Zeugnis für Xian Krautmaterial ab.
Music Review
Annie Anxiety
Soul Possession
Man muss dieses Album nicht gerne hören, dafür vollstes Verständnis. Gehört haben aber sollte man es, denn es gibt wenig Vergleichbares.
Music Review
Jukka Eskola
Soul Trio
Besseren Retro-Jazz findet man in Europa nirgends: Jukka Eskola überzeugt mit seinem »Soul trio«, zu dem auch Timo Lassy gehört.
Music Review
Jonny Nash & Suzanne Kraft
Passive Aggressive
Ambient, Balearic, New Age, whatever: viel neue Musik für den Smoothie trinkenden Großsstädter. Das meiste ist Ausschussware.
Music Review
Jan Van Den Broeke
1100 Dreams
Ein Album irgendwo zwischen gerade aufgewacht und Mittagsschlaf, halb sediert und ganz sicher noch nicht draußen gewesen.
Music Review
Soul Scratch
Pushing The Fire
Soul Scratch überraschen auf »Pushing The Fire« mit einem Sound, der im Soul-Genre seinesgleichen sucht.
Music Review
Jurriaan Andriessen
The Awakening Dream
Der Komponist Juriaan Andriessen hatte in den 1970er Jahren drei Platten mit Synthesizermusik aufgenommen. Darunter: »The Awakening Dream«..
Music Review
Swans / Michael Gira
The Great Annihilator / Drainland
Mit der Reissue von »The Great Annihilator«, ursprünglich 1995 erschienen, ist nun beinahe das gesamte Schaffen der Swans wieder zugänglich.
Music Review
Sóley
Endless Summer
Sóley ist auf ihrem dritten Album, »Endless Summer«, sehr viel positiver gestimmt als gewöhnlich. Die gute Laune ist nur vordergründig.
Music Review
Luke Vibert
UK Garave Vol.1
Scheißt auf Trends und tantz: Luke Viberts meldet sich mit »UK Garave Vol.1« zurück. Und wie!
Music Review
Alice Coltrane
World Spirituality Classics 1
Luaka Bop macht unveröffentlichte Musik von Alice Coltrane, aufgenommen in einem Ashram-Tempel, zugänglich.
Music Review
Mac DeMarco
This Old Dog
Mac DeMarco schaltet auf »This Old Dog« mindestens einen Gang zurück. Weniger knuffig, niedlich und kuschelig ist er deshalb nicht.
Music Review
Umoja
707
In den Achtzigern füllten Umoja in ihrer Heimat Südafrika ganze Stadien. Awesome Tapes From Africa veröffentlicht nun ihr Album »707« erneut
Music Review
Bonnie Prince Billy
Best Troubador
Mit seinem neuesten Werk, »Best Troubador«, zollt Singer und Songwriter Bonnie Prince Billy seinem Kollegen Merle Haggard Tribut.
Music Review
Gorillaz
Humanz
Im beinahe zwanzigsten Jahr ihres Bestehens und sieben Jahre nach »The Fall« gibt es ein neues Album der Gorillaz.
Music Review
Matthew Herbert
Brand New Love - 12"
Matthew Herbert knüpft gemeinsam mit Zilla an seinem Album »The Shakes« an. Auf »Brand New Love« gewinnt aber der Special Request-Remix.
Music Review
Arto Lindsay
Cuidado Madame
Mit »Cuidado Madame« kehrt Arto Lindsay zu seinen bewährten Hybriden aus lateinamerikanischen Rhythmen, Pop und Krach zurück.
Music Review
Benoit Hutin
Electronic
Fünf Originale und vier Edits des französischen Komponisten Benoit Hutin finden sich auf dem neuesten Release von Camisole Records.
Music Review
Timber Timbre
Sincerely, Future Pollution
Timber Timbre ist mit »Sincerely, Future Pollution« ihr sperrigstes und gleichzeitig herausfordernstes Werk gelungen.
Music Review
bsd.u
»Pook«
Der kanadische Beatmaker bsd.u legt mit »Pook« ein neues Album vor. In Europa ist es exklusiv via hhv.de erhältlich.
Music Review
Little Cub
Still Life
Little Cub müssen mit ihrem Debüt »Still Life« beweisen, dass die Vorschusslorbeeren ihre Berechtigung haben.
Music Review
Jan Jelinek
Loop-Finding-Jazz-Records
Jan Jelineks »Loop-Finding-Jazz-Records« versperrte sich mit ihrem subtilen Humor vor der Avantgarde. Jetzt wurde das Album neu aufgelegt.
Music Review
Joshua Abrams & Natural Information Society
Simultonality
Seit den 1990er Jahren ist Joshua Abrams eine feste Größe in Chicago. Mit »Simulatonality« soll er endlich hierzulande entdeckt zu werden.
Music Review
Ephemerals
Egg Tooth
Die Soulmusiker Ephemerals legen mit »Egg Tooth« ihr drittes Album vor und haben sich einiges vorgenommen.
Music Review
Joe Goddard
Electric Lines
Joe Goddard erfüllt sich mit »Electric Lines« einen Traum und macht sein erstes Soloalbum zu einem Produzent-plus-Features-Werk.
Music Review
Actress
AZD
Vor drei Jahren hat Actress seinen Abschied von der Musik verkündet, nun kehrt er mit »AZD« zurück – aufgeräumter denn je.
Music Review
Joey Bada$$
All-AmeriKKKan Badass
Joey Badass, der Fakelträger der Nineties-Nostalgie, meldet sich zurück – mit weniger Boombap, dafür mehr Black-Lives-Matter-Bezug.
Music Review
Mr. Mitch
Devout
»Devout«, das neue Album von Mr. Mitch, ist Soul und Pop auf der Basis von UK Bass und Grime.
Music Review
Retrogott & Motion Man
Pen Pals EP
Retrogott und Motion Man und KutmastaKurt haben eine ganz eigene Vorstellung von Rap und diese auf der »Pen Pals EP« toll umgesetzt.