Music Review | verfasst 02.03.2017
Sherwood & Pinch
Man Vs. Sofa
On-U Sound, 2017
Text Andreas Brüning
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Redaktion
Cover Sherwood & Pinch - Man Vs. Sofa

Adrian Sherwood produziert seit den 1980er Jahren wegweisende Musik zwischen Dub und Postpunk. Rob Ellis alias Pinch gilt mit seinem Label Tectonic seit Mitte der 2000er Jahre als Vorreiter englischer Bass Music. Nach fünf Jahren der musikalischen Kooperation haben die beiden Musiker mit dem zweiten gemeinsamen Album ihre ganz eigene hochspannende Stil-Mixtur gefunden, die auf dem Tanzboden genau wie auf dem Sofa gehört ganz wunderbar funktioniert. Stilistisch breit gefächert spielen die beiden Engländer mit unterschiedlichsten Elementen aus Grime, kühlem Funk, Breakbeat, Techno und schwerem Dub. Sie paaren Saxofon-Arrangements mit Blackploitation-Bläsern und super-verzerrte Rave-Bässe mit Industrialsounds, Instrumentalsamples und Gesangsschnipseln. Zusammen mit den melancholisch geheimnisvollen Klavier-Sprengseln von Primal Screams Martin Duffy schaffen sie so eine abwechslungsreiche und durchgehend spannende, manchmal nahezu psychedelische Musik. Sherwoods Dub war ja schon in den 80er Jahren meist weniger bekifft einlullend als eher wach, scharfkantig und frisch. »Man vs. Sofa« setzt genau da an und arbeitet mit starken Atmosphären und einer angespannten und unruhigen Grundstimmung. Dabei klingt das Album trotz aller Experimentierfreude äußerst fokussiert, präzise und druckvoll. Geschmack beweist das Produzenten-Duo zudem mit der Auswahl seiner musikalischen Gäste von Dub-Übervater Lee Scratch Perry über Sugar Hill Gang Gitarrist Skip McDonald bis hin zu Dizzee Rascall-Mitstreiter Taz.

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