Music Review | verfasst 17.03.2017
Spoon
Hot Thoughts
Matador, 2017
Text Jan Paersch
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9.0
Nutzer (1)
8.4
Redaktion
Cover Spoon - Hot Thoughts

Die wichtigsten Gitarrenbands der Gegenwart? Spoon stünden bei mir auf einer solchen Liste weit oben. Auch sonst eher durchschnittliche Alben der Band aus Austin, Texas, wurden immer wieder durch sensationelle Singles veredelt. Nun gibt es Spoon schon seit fast 25 Jahren. Auf dem neunten Album spielt man zu viert, neben Jim Eno an den Drums ist natürlich Britt Daniel wichtigster Mann, der Sänger mit der coolen, rausgebellten Blues-Stimme, der auch Gitarre spielt und alle Songs schreibt. Synthesizer und vage Disco-Anklänge hatte es bei Spoon schon zuvor gegeben. Aber der hüpfende E-Bass in »First Caress« und »Shotgun« erinnert dann eher an die Bee Gees als an den euphorisch-düsteren Indierock, mit dem die Band bekannt geworden ist. Daniel lässt es auf »Hot Thoughts« experimenteller angehen. »WhisperI’lllistentohearit« beginnt mit unheilvolle Drone-Sounds, die wie Sirenen anmuten. Doch dann sind sie wieder da, die Spoon-typischen Stakkato-Gitarren, das trockene Schlagzeug. »First Caress« und der Titelsong sind Instant Hits, und natürlich »Can I Sit Next To You«: monotone Beats, Handclaps, und dazu diese schiefen Streicher, sonderbar, und doch unfassbar catchy. Im instrumentalen „Us“ weht dann zum Schluss gar ein verhalltes Saxophon von weither, wie aus einer Gasse im New York der 1970er Jahre, in der sich die Leuchtreklame in den Pfützen spiegelt. »Hot Thoughts«? Eher Cool Moments.

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