Music Review | verfasst 16.03.2017
Tamikrest
Kidal
Glitterbeat, 2017
Text Jan Paersch
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Redaktion
Cover Tamikrest - Kidal

Ihr Name bedeutet »das Bündnis« oder die »Zukunft«, je nach Auslegung. Die ursprünglichen Mitglieder von Tamikrest sind Nomaden der Sahara, Männer, die nicht nur aus touristisch-folkloristischen Gründen lange Gewänder und Turbane tragen. Die Band formierte sich im Jahr 2006 in Kidal im nordöstlichen Mali, eine Stadt, die sie nun im Titel ihres neuen Albums verewigt haben. Auch, um auf die bedrohte kulturelle Identität des Tuareg-Volkes in politisch instabilen Ländern wie Mali aufmerksam zu machen. Zu Tamikrest gehören neben drei Tuareg mit Drummer Nicolas Grupp und Gitarrist Paul Salvagnac auch zwei französische Musiker. Deren westliche Einflüsse machen den rauen Blues-Sound von Tamikrest noch vielfältiger. »Kidal« wandelt auf den Spuren der sehr ähnlich klingenden Tinariwen. Doch das malisch-französische Quintett hat einen verspielteren Ansatz, der zuweilen mit maghrebinischen Rhythmen kokettiert und von westlichen Gitarreros wie Jimi Hendrix und Ry Cooder beeinflusst ist. Melancholisch, hypnotisch, und tanzbar – mit Musikern wie Tamikrest braucht man sich um die Zukunft der Tuareg-Kultur wenig Sorgen zu machen.

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