Music Review | verfasst 17.04.2017
FYI Chris
Snafubar EP
Rhythm Section International, 2017
Deine Bewertung:
6.0
Nutzer (1)
6.3
Redaktion
Cover FYI Chris - Snafubar EP

Eines wird schnell klar. FYI Chris mögen Akronyme. Nicht nur einfache wie FYI, sondern gerne auch komplizierte, wie SNAFUBAR, in dem gleich zwei Akronyme (SNAFU und FUBAR) zusammenkommen. Es bedeutet in etwa: Situation Normal All Fucked Up Beyond All Reason. Darin steckt gleich ein zweites Interesse: mit Bedeutung überfrachtete, doch eigentlich leere Worthülsen. Auf der »Lionoil EP« (2016) war ein Stück namens »Secret Bullshit«, ein Begriff, der für jegliche bestehende Mythen Verwendung findet. Die offene Frage: Ist das auf die Musik übertragbar? Die Antwort lautet im Falle von »Snafubar«, der aktuellen 4-Track-EP für Rhythm Section International: leider ja. Chris Watson und Chris Coupe suchen kompositorisch die Abkürzung , bei gleichzeitiger Überfrachtung der Musik mit Bedeutungslosigkeit. Die vier Tracks sind ziemlich ähnlich aufgebaut, vertrauen ähnlichen Rhythmen und Geschwindigkeiten, wodurch der Fokus auf die Sounds fällt. Die wiederum verweisen auf bestimmte Punkte der Musikhistorie, 20 bis 30 Jahre in der Vergangenheit. Die Assoziationsmaschine wird angeworfen, aber sie spuckt nichts aus, was ich heutzutage verwenden könnte. Was soll ich denn mit einer VHS Videokassette? Keine schlechte Musik, aber eben mir nicht plausibel genug. Und kein Vergleich eben auch zu ihrem Beitrag (»Synthetic Jungle«) zur aktuellen 12" »BP006« auf Banoffee Pies, die sich FYI Chris mit Adam Strömstedt teilen.

»Snafubar« von FYI Chris ist bei Rhythm Section International erschienen.
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 23.11.2015
Contours
Technician
Fünf Gramm Grünzeug, Mountain Dew und Papas Plattensammlung: Contours verschwindet auf »Technician« in
einer eigenen Zeitrechnung.
Music Review | verfasst 17.03.2016
Al Dobson Jr.
Rye Lane Volume II & III
Mit seiner zweiten LP beschert uns Al Dobson Jr. große Teacher-Momente im Kurzformat. »Rye Lane Volume II & III« strengt trotzdem nicht an.
Music Review | verfasst 17.10.2016
Earth Trax x Newborn Jr.
Sax & Flute
»Euphoria garantiert, sonst gibt es Geld zurück« steht im Promotext zu »Sax & Flute«. Hier ist schonmal meine Kontonummer.
Music Review | verfasst 16.11.2016
Duke Hugh
Canvas - 12"
Der Name verpflichtet: Rhythm Section International schaut über die Stadtgrenzen Londons hinaus nach neuen Talenten und findet Duke Hugh.
Music Review | verfasst 01.10.2010
Urban Tribe
Urban Tribe
Niemand geringeres als Sherard Ingram, Carl Craig, Anthony »Shake« Shakir und Kenny Dixon Jr stehen Pate für dieses unter dem Namen Urban Tribe fungierendes Release.
Music Review | verfasst 29.09.2010
Tom Clark
Pressure Points
Mit seinem neuen Album hat sich Tom Clark vorgenommen, auf den aktuellen, typischen Club-Sound, der ihn im E-Werk, Tresor und Watergate zum Resident-DJ machte, zu verzichten.
Music Review
Cuthead
Big Time EP
Auf seiner neuen EP für Rat Life Records bricht Cuthead aus seinen gewohnten Strukturen aus. Weniger soulful soll es sein. Ob das gutgeht?
Music Review
Radiante Pourpre
Radiante Pourpre
Nicht ist heißer als die Tape-Ästhetik der 80er. Alle verbrennen sich die Finger daran. Außer die beiden Hommes aus Bordeaux.
Music Review
Million Brazilians
Red Rose & Obsidian
Das Album des Trios aus Portland ist eines, das sich aus dem Fenster lehnt und seinen Kopf im Sturm wiederfindet
Music Review
Abra
Rose
»Rose«, das herzerwärmenden Soul mit kalten Maschinenklängen zusammenzubringende Debüt von Abra, erscheint erstmals auf Vinyl.
Music Review
Shigeto
The New Monday
Neue stilistische Facetten geben »The New Monday« von Shigeto, eine erfrischende Note. Eingefleischte Fans kommen dennoch auf ihre Kosten.
Music Review
Kelela
Take Me Apart
»Take Me Apart«, das Debütalbum von Kelela, kann sich schon mal für den Titel Pop-Album des Jahres warmlaufen.
Music Review
Iglooghost
Neō Wax Bloom
Iglooghost führt die kunterbunte Freak-Show seiner ersten EP auch auf dem Debütalbum »Neō Wax Bloom« fort.
Music Review
Wolves In The Throne Room
Thrice Woven
Wolves In the Throne Room kehren mit »Thrice Woven« zu ihren Wurzeln zurück: Black-Metal-Raserei mit Kreischen und Röcheln.
Music Review
Protomartyr
Relatives In Descent
»Relatives In Descent«, das vierte Album von Protomartyr, ist noch wütender, stoischer und dystopischer als die Vorgänger geworden.
Music Review
Kamasi Washington
Harmony Of Difference
»Harmony Of Difference«, die neue EP von Kamasi Washington, bearbeitet ein in diesen Zeiten wichtiges Thema: die Schönheit der Vielfalt.
Music Review
Greg Fox
Gradual Progression
Greg Fox findet mit »Gradual Progression« vielleicht keine Antworten im engeren Sinn. Dafür Klänge, von denen die Welt erfahren soll.
Music Review
Neddy Smith
Give It Up
Best Record Italy veröffentlicht mit »Give It Up« von Neddy Smith einen weiteren kruden, sexy und coolen Funk-Boogie.
Music Review
Jon Hassell
Fourth World Volume Two: Dream Theory In Malaya
Nur ein Jahr nach »Fourth World Volume One« veröffentlichte Jon Hassel den zweiten Teil. Er ist in vieler Hinsicht noch avancierter.
Music Review
Laraaji
Bring On The Sun
Laraaji hat der elektrisch verstärkten Zither schon vor »Bring On The Sun« ihren Platz in der Musikgeschichte gesichert.
Music Review
Godspeed You! Black Emperor
Luciferian Towers
Mit der aktuellen Verschiebung der sozialen und politischen Realitäten scheint eine neue Dringlichkeit bei GY!BE entstanden zu sein.
Music Review
Girls In Airports
Live
Girls in Airports zeigen auf »Live«, warum sie sich weder in eine Ambient- noch in eine Jazz-Schublade stecken lassen.
Music Review
Kölsch
1989
Mit »1989« schließt der Däne Kölsch seine musikalische Zeitreise ab. Das Finale ist tatsächlich der Höhepunkt dieser Trilogie.
Music Review
Kram aus der Ecke
Got Jazz, Need Money
Bei der Bingener Crew Kram aus der Ecke gilt »Got Jazz, Need Money«. Auf Albumlänge. Was lässig in Serie gehen kann.
Music Review
Cristobal And The Sea
Exitoca
Schon mit ihrem zweiten Album »Exitoca« unterziehen sich Cristobal And The Sea schon einer Generalüberholung.
Music Review
Orson Wells
Pneumatics
»Pneumatics«, das auf Live at Robert Johnson erscheinende Debütalbum von Orson Wells, ist eine futuristische Techno-Platte par excellence.
Music Review
Hypnobeat
Prototech
Hypnobeat können mit dieser Wiederveröffentlichung – zum Teil auch Erstveröffentlichung – ihrer Vergangenheit gar nicht zeitgemäßer sein.
Music Review
Beard In Dust
BAH038
Für »BAH038«, dem neuesten Release des Labels Bahnsteig 23, darf Leonid Lipelis als Beard In Dust sein Können zeigen.
Books Review
Cogitatio.Factum & Jo Preußler (Hrsg.)
The Death Of Graffiti
In The Death Of Graffiti formuliert Oliver Kuhnert eine Fundamentalkritik. Und bittet Kenner und Aktivisten zur Stellungnahme.
Music Review
Lee Ranaldo
Electric Trim
Nichts also mit müdem Alterswerk: »Electric Trim« zeigt Lee Ranaldo so flexibel und spannend, wie selten zuvor.
Music Review
Ninos du Brasil
Vida Eterna
Ninos du Brasil wirken auf ihrem dritten Album »Vida Eterna« verstörender als zuvor. Da gibt es gar kein Vertun. Zumal es klasse ist.
Music Review
Ariel Pink
Dedicated To Bobby Jameson
Nach R. Stevie Moore gräbt Ariel Pink auf »Dedicated To Bobby Jameson« ein weiteres obskures Vorbild aus.
Music Review
Odesza
A Moment Apart
Die Musik von »A Moment Apart«, dem dritten Album von Odesza, ist nicht an Musik-Connaisseure/Kritiker/alte Säcke gerichtet.
Music Review
Fink
Resurgam
Läuft jetzt zwar dem Titel »Resurgam« zuwider, aber das neue Album von Fink ist ist mehr Vollendung als Auferstehung.
Music Review
Trio Da Kali And Kronos Quartet
Ladilikan
Auf »Ladilikan« trifft das Trio Da Kali aus Mali trifft auf das in San Francisco beheimatete, legendäre Streichereinsemble Kronos Quartet.
Music Review
Foo Fighters
Concrete And Gold
»Motörhead’s version of Sgt. Pepper« ist »Concrete And Gold«, das neunte Album der Foo Fighters, dann doch nicht geworden.
Music Review
Tony Allen
The Source
Die beste Platte seines Lebens, sagt er selbst. Tatsächlich klang Tony Allen selten aufregender als auf »The Source«.
Music Review
Alvvays -
Antisocialites
Alvvays finden auf ihrem zweiten Album »Antisocialites« eine gute Balance zwischen den emotionalen Extremen.
Music Review
Pablo Valentino
My Son's Smile EP Ge-ology Remix
Die 12" »My Son’s Smile EP Ge-ology Remix« von Pablo Valentino erinnert uns einmal mehr daran: Deep House never dies.
Music Review
Perm
Shtum 014
Mit »Shtum 014« erfindet Perm das Rad naturgemäß nicht neu. Die Stücke bestechen jedoch mit enormer Funktionalität.
Music Review
Zola Jesus
Okovi
Zola Jesus veröffentlicht ihr sechstes Album »Okovi«. Es ist der blinde Ehrgeiz, mit dem sie sich durch einen Stil nach dem anderen frisst.
Music Review
LCD Soundsystem
American Dream
Mit dem vierten Album »American Dream« gelingt LCD Soundsystem ein fulminantes, ihr Standing untermauerndes Comeback.
Music Review
Mogwai
Every Country's Sun
Mogwai beweisen mit »Every Country’s Sun«, dass auch im Jahr 22 nach Bandgründung weiter mit ihnen zu rechnen ist.
Music Review
Joey Negro & Sean P
The Best Of Disco Spectrum
BBE Records versammelt auf »The Best Of Disco Spectrum« die besten von Joey Negro und Sean P kanonisierte Disco-Stücke auf eienr Vinyl 3LP.
Music Review
Morti Viventear
Lovecraftsmanship
Morti Viventears dritte LP »Lovecraftsmanship« stellt seine Beats in den Dienst des US-amerikanischen Schriftstellers H.P. Lovecraft.
Music Review
Sam Irl & Dusty
Twelve Inch Jams
Sam Irl und Dusty arbeiten an der Schnittstelle von House und Funk. Kein Wunder, dass Gilles Peterson »Twelve Inch Jams« feiert.
Music Review
Raphael Munnings
Opportunity Knockin' - 7"
Alston veröffentlicht »Opportunity Knockin’«, die 1972 veröffentlichten Single von The Beginning Of The End’s Raphael Munnings, neu.