Music Review | verfasst 21.04.2017
Retrogott & Motion Man
Pen Pals EP
ENTBS/Entourage, 2017
Text Kevin Frese
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Redaktion
Cover Retrogott & Motion Man - Pen Pals EP

Zwischen Kurt Hustle alias Retrogott und den Jungs von Threshold knistert es gewaltig. Spätestens mit der 2014er 7-inch »B-Boys in Bayreuth« hat sich da ein quirliges Gemisch aus drei Piñata-artigen Künstlern zusammengebraut, die bis heute offenbar eine Brieffreundschaft pflegen und diese nun mit neuem Output würdigen. Retrogott und Motion Man am Mikrofon, Retrogott an den Beats und Retrogott (mit Hulk Hodn) plus KutmastaKurt an den Turntables präsentieren: die »Pen Pals EP«. Ja, richtig gelesen, nicht DJ-Größe KutmastaKurt flickte dieses Mal den Soundteppich zusammen. Stattdessen griff der andere Kurt – Retrogott – zur Stricknadel. Das Außergewöhnliche dabei: Man merkt es nicht. Als Referenz für diese Erkenntnis dient etwa die legendäre Platte »Masters of Illusion«. Und das soll schon was heißen… Auch mag diese Art Beat-Blaupause am Hang zum Minimalismus liegen, den alle drei Brieffreunde generell zu teilen scheinen. Womit feststeht, dass diese EP keineswegs für Sympathisanten ominöser Rap-Normen taugt. Da, wo ein Reim für den einen oder anderen vielleicht hätte besser Anklang gefunden, gibt es eben oftmals keinen. Da, wo ein Motion Man für den einen oder anderen vielleicht einen zu kurzen Vers abliefert, ist ein Retrogott gefühlt doppelt so lang am Start (»Intense Indignation«). Und da, wo ein Motion Man in der üblichen Manier eines Kool Keith für den einen oder anderen vielleicht viel zu viele Silben in eine Zeile pressen mag (»Overall«), ist es gerade auch der individuelle Reimstil, der die gesamte EP des Dreigestirns so spannend macht.

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