Music Review | verfasst 24.04.2017
Joe Goddard
Electric Lines
Domino, 2017
Text Martin Silbermann
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Redaktion
Cover Joe Goddard - Electric Lines

Joe Goddard, seines Zeichens Chef-Produzent bei Hot Chip und einer der 2 Bears, will sich mit diesem Soloalbum offensichtlich einen Traum erfüllen und auch selbst ein Geschenk machen. »Electric Lines« ist nämlich ein Produzent-plus-Features-Werk geworden, wie es im Buche steht. Beinahe jeder Track bekommt einen neuen Sänger oder eine neue Sängerin und jeder Track hat eine eigene Sound-Signatur. Ob das nun der Elektro-Soul von »Lose Your Love«, das housige »Home« oder das fast schon spirituelle Techno-Stück »Children of the Sun« ist. Ähnlich wie sein langjähriger Kumpel Four Tet oder der Nachwuchs-Star Jamie xx versucht Joe Goddard mit all seinem musikalischen Output, eine progressive Pop-Sensibilität auf den Dancefloor zu bringen. Dabei spielt bei Goddard viel eher die Unmittelbarkeit und Spontaneität des Musik-Schaffens die Hauptrolle; einen perfektionistischen, rund-produzierten Anspruch sucht man auf »Electric Lines« jedenfalls vergeblich. Neben den Club-tauglicheren Stücken tummeln sich aber, wie auch auf den Hot-Chip-Alben, lupenreine Pop-Nummern wie etwa das Titelstück. Im Zwiegesang mit seinem Schulfreund und Hot-Chip-Sänger Alexis Taylor erörtert er die Magie von Musik als Ganzes: »I don’t know what is more sincere: the music we’re making or the music we hear? Make your own kind of music and let it bring you to tears.« Zum Abschluss bringt Jess Mills den utopischen Gedanken gerade von Club Music auf den bekannten Nenner: »Music is the answer to your problems; keep on moving and you can solve them« – ein »Move your ass and your mind will follow« für eine neue Generation.

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