Music Review | verfasst 05.05.2017
Umoja
707
Awesome Tapes From Africa, 2017
Text Andreas Schnell
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7.6
Redaktion
Cover Umoja - 707

Als könnten sie kein Wässerchen trüben, laden »Om« Alec Khaoli und seine Band Umoja hier zum Tanz. Bubblegum nannte man in Südafrika diese Musik, in der sich Disco-Beats, Rap und Funk mit afrikanischen Rhythmen zu einer ansteckenden Musik verbinden. Mit dem, was vor allem in den USA Bubblegum genannt wurde, hatte das kaum etwas zu tun. Während es dort vor allem um jugendfreien Zuckerguss-Pop ging, war Bubblegum im Apartheidsstaat kaum ohne Politik zu denken. Schon der Name »Umoja«, der in Suaheli so viel wie »Einigkeit« bedeutet, ist Programm. In den 1980er Jahren füllte die Band Stadien mit einem bunt gemischten Publikum, das zu den ansteckenden Beats zumindest für einen Konzertabend eine Utopie lebte. »Jeder Weg aus der Unterdrückung war willkommen«, erinnert sich Khaoli an jene Jahre. Die soziale Lage ganz auszublenden, war dann doch ihre Sache nicht. »Money Money«, der erste Song auf »707«, das damals die südafrikanischen Charts stürmte, formuliert es ausdrücklich: Ohne Geld kein Leben! Der Song erinnert mit seinem eigenwilligen Rap-Stil übrigens tatsächlich ein bisschen an Ata Kak, der dank Brian Shimkowitz und seinem Label Awesome Tapes From Africa, auf dem nun auch »707« eine Neuuaflage erlebt, eine späte Karriere genießt.

»707« von Umoja findest du bei hhv.de: Vinyl LP
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