Music Review | verfasst 12.05.2017
Annie Anxiety
Soul Possession
Dias, 2017
Text Philipp Kunze
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8.3
Redaktion
Cover Annie Anxiety - Soul Possession

Gemeinsam mit The Asexuals will es einfach nicht so richtig heiß laufen in der New Yorker Punkszene Ende der Siebziger. Also zieht Annie Anxiety (später als Little Annie bekannt) nach London um und wohnt in der Anarcho-Kommune um Penny Rimbaud. In diesem Umfeld entsteht 1981 erst ihre erste Single »Barbed Wired Halo« und drei Jahre später dann ihr Debütalbum, »Soul Possession«. Die Eckdaten der Bio lassen’s bereits vermuten, der Beipackzettel zur LP bestätigt es dann: das ist kein einfaches Album. Das Manifest im Booklet ist ganz und gar idealistisch und Anti-Establishment, und das ist auch die Musik. Störrisch, hölzern, kratzbürstig, kompromissverweigernd – Punk, Dub, Industrial. Der legendäre Dub-Produzent Adrian Sherwood war an Bord, genau wie Mitglieder von u.a. Crass, Family Fodder und African Head Charge, du kriegst die Idee. Annie Anxiety klingt wie die unausgeschlafene, übel gelaunte und kokette Version von Brenda Ray oder Vivien Goldman. Über klopfende Instrumentale, in denen jedes Element seinen ureigenen Übersprungshandlungen nachzugehen scheint, erzählt Annie ihre Geschichten. Mal halb gesprochen, mal schief gesungen, oft hallend, oft verzerrt. Muss man nicht gerne hören das Album. Es gibt wirklich angenehmere Beschäftigungen. Sollte man aber mal gehört haben. Denn damals war der Sound ziemlich einzigartig – und es gibt bis heute nicht viel, das vergleichbar klingt. Das alleine kann eigentlich gar nicht genug wertgeschätzt werden.

»Soul Possession« von Annie Anxiety findest du bei hhv.de auf LP
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