Music Review | verfasst 15.06.2017
Broken English Club
The English Beach
L.I.E.S., 2017
Text Felix Hüther
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8.3
Redaktion
Cover Broken English Club - The English Beach

Tribal-Techno Veteran Oliver Ho erlebt unter seinem Alias Raudive und vor allem als Broken English Club derzeit einen zweiten Frühling. Nach dem starken Debütalbum auf Veronica Vasickas Cititrax bestätigt »The English Beach« einmal mehr, wie relevant seine Qualitäten als Produzent auch nach über 20 Jahren noch sind. EBM, Krautrock, Minimal Wave und Techno führt er dabei souverän auf einem Nenner zusammen und macht deutlich, wie gut diese Genres zusammenpassen. Brutalistisch zeichnen Tracks wie »Carrion« oder »Plaque« düstere Dystopien nach. Im Hall getränkte Gitarrensamples, rohe Drums, fauchende Synths und wüster Sprechgesang schaffen eine elektrisierende Atmosphäre. Bilder von röhrenden Motoren, blitzenden Funken und Schwerindustrie tanzen beim Hören vor dem inneren Auge. Fast schon klischeehaft, dass die Platte in Dungeness, einem tristen Fleckchen Erde am Meer südöstlich von London entstanden ist. Verwitterte und leerstehende Häuser pflastern die dem Namen nach einzige Wüste Großbritanniens und prägen das trostlose Landschaftsbild. The English Beach präsentiert sich hier als würdige Nachfolgeplatte. Ein in sich geschlossener 12-Tracker, der von seiner Dichte lebt. Der ausgewechselte Oliver Ho gefällt dabei außerordentlich gut, verleugnet jedoch mit Tribal-Verweisen wie in »Wreck« vergangenes nicht.

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