Music Review | verfasst 12.06.2017
Tindersticks
Minute Bodies
City Slang, 2017
Text Martin Silbermann
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Redaktion
Cover Tindersticks - Minute Bodies

F. Percy Smith war ein Pionier und Innovator in seinem Bereich des dokumentarischen Naturfilmens. Er war einer der ersten, den Mikro- und Zeitraffer-Filmaufnahmen gelangen (noch vor dem Ersten Weltkrieg!), und somit sowohl in technisch-naturwissenschaftlicher Sicht als auch in ästhetisch-künstlerischer von enormer Bedeutung. Umso überfälliger, dass nun endlich Percy und seine intime Welt aus wuseligen Einzellern und erblühenden Blumen im Zentrum eines Dokumentarfilms stehen. Gut nachvollziehbar ist auch die Wahl, den Tindersticks den Soundtrack zu überantworten, hat die britische Band seit Ende der 1990er Jahren bereits sieben Scores komponiert. »Minute Bodies« ist nun genau das: ein Soundtrack, eine sonische Untermalung des faszinierenden Bildmaterials, was durch die Musik seine traumgleiche Wirkung noch verstärken kann. Im Umkehrschluss ist das Album aber auch auf die Film-Sequenzen angewiesen. Die 15 Tracks zwischen Geister-Chören, sanft fließenden Synth-Melodien und Bar-Jazz arbeiten zwar Motive und Themen heraus, bleiben aber bei der Erzeugung von Atmosphären stehen. Ausformulierte und vor allem eigenständige Songs findet man hier nicht, doch das war ja auch nie das Ziel. Wer den dazugehörigen Film nicht zur Hand haben sollte, dem sei empfohlen, zumindest auf Youtube einige frühe F. Percy Smith-Naturfilme anzusehen, um den Hörgenuss noch zu steigern.

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