Music Review | verfasst 22.06.2017
Jeff Tweedy
Together At Last
Anti-, 2017
Text Jan Paersch
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Redaktion
Cover Jeff Tweedy - Together At Last

Ein vollbärtiger Hutträger erzählt mit Klampfe und Mundharmonika Geschichten vom Leben. Das Konzept, mit einem Solo-Akustikalbum alte Songs zu recyceln, ist nicht neu. Doch Jeff Tweedy ist nicht irgendein tätowierter Brooklyn-Hipster, der sich am Pathos des eigenen Werks berauscht. Der Chicagoer, der in diesem Jahr 50 Jahre alt wird, ist seit 30 Jahren einer der wichtigsten Singer/Songwriter des Kontinents. Zunächst mit dem rauen Alt.Country-Trio Uncle Tupelo, dann im Sextett mit dem vertrackt-melodischen Pop von Wilco. Im skelettierten Gewand zeigt sich die Beständigkeit dieser elf Songs aus 13 Jahren Tweedyschen Schaffens. »Together At Last« ist sein erstes richtiges Soloalbum (versteht man das 2014er »Sukirae« als Familienprojekt mit Sohn Spencer). Von der beinahe vergessenen Miniatur »Lost Love«, die der Sänger 1998 für das Kollektiv Golden Smog schrieb, bis zum fröhlich gepfiffenen »Dawned On Me« (2011) ist dies eine tiefberührende Sammlung. Derart zurückgenommen arrangiert, bekommt eine Zeile wie »I know I would die if I could come back new« aus »Ashes Of American Flags« ganz neue Tiefe. Selbst Stücken wie »Sky Blue Sky« und »Future Age«, sonst eher keine Wilco-Großtaten, verleiht Jeff Tweedy Würde und Wärme. Ein fantastisches Album, auf einer Höhe mit Johnny Cashs »American Recordings«.

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