Music Review | verfasst 28.06.2017
Various Artists
Space, Energy & Light
Soul Jazz, 2017
Text Jan Paersch
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Redaktion
Cover Various Artists - Space, Energy & Light

Der Bericht der Psychologieabteilung des Plymouth State College lässt aufhorchen: nichts sei so nah an die Musik herangekommen, die Menschen bei Nahtoderfahrungen gehört hätten, wie die Stücke von Iasos. Die schwebenden, so gar nicht bedrohlichen New-Age-Sounds des griechischstämmigen Kaliforniers sind nun auf einer neuen Compilation von Soul Jazz Records zu hören. 82 Minuten behaglich entrückte Soundscapes von 14 verschiedenen Künstlern finden sich auf »Space, Energy And Light«, von frühen Synthesizer-Pionieren wie Kevin Braheny und der Software-Entwicklerin Laurie Spiegel bis hin zur DIY-Kassettenmusik des Kölners Duos Stratis. Vorbildlich gestaltete Liner Notes dokumentieren ausführlich die verwendeten Instrumente. Insbesondere Moog-Synthesizer waren wichtig für den Sound dieser Techno-Urahnen. Die Gruppe Mother Mallard’s Portable Masterpiece Company, die sich neuer Musik von John Cage und Terry Riley widmete, entwickelte ihre Stücke gar in direkter Zusammenarbeit mit Robert Moog. Aus den 60er Jahren stammt tatsächlich nur ein Track: Tod Dockstaders noisiges „Piece #1“ entspringt frühen Musique Concrète-Experimenten, bei denen der US-Amerikaner Klänge auf Magnetband verfremdete. Selten war ein beigelegter Download Code so wertvoll wie bei dieser Compilation. Denn diese »interdimensionale Musik« (O-Ton Iasos) hört man am besten wie ein gutes Mixtape: ununterbrochen.

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