Music Review | verfasst 27.06.2017
Floorplan
Let the Church - 12"
M-Plant, 2017
Text Felix Hüther
Deine Bewertung:
/
Nutzer
7.6
Redaktion
Cover Floorplan - Let the Church - 12"

Robert Hood gehört ohne Frage zu den agilsten Produzenten aus Detroit und veröffentlicht seit über 20 Jahren konstant qualitativen Output. Sein 1996 ins Leben gerufenes Floorplan Alias belebte er 2010 wieder, um seinem Faible für sample-basierten und gospel-induzierten Power-House erneut ein Outlet zu bieten. Frischen Input gibt es seit dem vergangenes Jahr erschienenen zweiten Floorplan Album Victorious von seiner Tochter Lyric, mit der er inzwischen im Gespann auftritt. Auf der aktuellen Platte drückt sie der Floorplan Hymne „Never Grow Old“ ihren Stempel auf. Bis auf einige Vocalfetzen erinnert hier nicht mehr viel an das Original. Die pumpende Bassline addiert eine ordentliche Portion Ghetto-Feeling, während die Chords für das nötige Hit-Potenzial sorgen. Es ist kein Geheimnis, dass die Trennschärfe zwischen Robert Hood und seinem Floorplan Alias des öfteren eher lax ausfällt. Berührungspunkte wie auf der Split EP Shaker / Ritual sind die logische Folge. Bei Hoods Remix von »He Can Save You« muss allerdings gefragt werden, ob nicht aus versehen die Files vertauscht wurden und doch das Original es auf die Platte geschafft hat, so gering sind die Unterschiede letztlich. Ein Edit bestenfalls. Gott und der christliche Glaube waren immer ein zentrales Stil-Element des Portfolios und kommen in »Made Up In My Mind« besonders gut zum Tragen. Der Track verwandelt über seine energetische Attitüde, die rassigen Vocals und das flippige Piano den Dancefloor in heilige Hallen und im besten Fall auch den lokalen Gottesdienst in einen Dancefloor. »Let The Church« wiederum besticht als Techno-Tool über die rohen Drums.

Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 22.05.2017
Robert Hood
Paradygm Shift
Robert Hoods erste LP seit »Motor: Nighttime World 3« bedeutet keine Rückkehr zur alten Form. »Paradygm Shift« updatet aber alte Formeln.
Music Review | verfasst 01.10.2010
Urban Tribe
Urban Tribe
Niemand geringeres als Sherard Ingram, Carl Craig, Anthony »Shake« Shakir und Kenny Dixon Jr stehen Pate für dieses unter dem Namen Urban Tribe fungierendes Release.
Music Review | verfasst 29.09.2010
Tom Clark
Pressure Points
Mit seinem neuen Album hat sich Tom Clark vorgenommen, auf den aktuellen, typischen Club-Sound, der ihn im E-Werk, Tresor und Watergate zum Resident-DJ machte, zu verzichten.
Music Review | verfasst 25.06.2010
Mathew Jonson
Agents Of Time
Bedächtig, zurückhaltend, man könnte sogar meinen, dass Mathew Jonson sein Solodebüt Agents Of Time »balearisch« klingen lässt
Music Review | verfasst 16.11.2010
Scuba
Triangulations Interpretations Pt.1-3
Hoch war die Messlatte für die Herren, welche sich an die Interpretation von Scubas Triangulations machten.
Music Review | verfasst 05.11.2010
Tensnake
In The House
Der Hamburger beehrt uns mit einem breitgefächerten, schön aufgebauten und schlüssig zusammengestellten DJ-Mix.
Music Review
Högni
Two Trains
Ein Album zu Ehren von Minør und Pionér. Den einzigen beiden Eisenbahnen, die je auf isländischem Boden fuhren.
Music Review
Serge Bulot
Les Legendes De Brocéliande
Ein ätherisch schönes Album irgendwo zwischen Leftfield-Ambient, New Age-Pathos und Electronic Jazz.
Music Review
Itadi K. Bonney
Inye
»Inye« von Itadi ist nun neu gemastert und um zwei bislang unveröffentlichte Tracks ergänzt auf Hot Casa erschienen.
Books Review
Zugezogen Maskulin
Alle Gegen Alle
Wie schwer es ist, seinen Platz zu finden und dann zu halten – davon wissen Zugezogen Maskulin zu erzählen.
Music Review
Lee Gamble
Mnestic Pressures
Die Rache der Erinnerung. Irgendetwas lastet auf dem Gedächtnis. »Mnestic Pressure« dazu zu sagen, klingt allerdings wesentlich besser.
Music Review
Four Tet
New Energy
Die dritte Inkarnation des Four Tet haut eher nicht vom Hocker. Doch »New Energy« ist immer noch eine verdammt gute Platte.
Music Review
Tresque
Lensomni EP
Minimalistischer Techno im Thomas Brinkmann’schen Sinne findet sich auf der »Lensomni EP«, der erst zweiten Veröffentlichung von Tresque.
Music Review
Beck
Colors
Beck greift auf seinem neuen Album »Colors« so schamlos wie nie zuvor in die bunte Trickkiste des Pop.
Music Review
Fatima Al Qadiri
Shaneera EP
Das ist ganz große, hochartifizielle Ausrast-Kunst und selbstverständlich ein politisches Statement. Und dazu ein wichtiges.
Music Review
King Gizzard & The Lizard Wizard
Sketches Of Brunswick East
»Sketches Of Brunswick East« ist zurückgelehnter und nicht ganz so überdreht, wie von King Gizzard & The Lizard Wizard gewohnt.
Music Review
Juju & Jordash
Sis-Boom-Bah
Juju & Jordash neues Album folgt dem klassischen Jam-Prinzip. Klingt aber von langer Hand geplant.
Music Review
Various Artists
Digital Zandoli 2
Julien Achard und Nicolas Skliris haben für »Digital Zandoli 2« weitere musikalische Schätze von den Westindischen Inseln gehoben.
Music Review
Cuthead
Big Time EP
Auf seiner neuen EP für Rat Life Records bricht Cuthead aus seinen gewohnten Strukturen aus. Weniger soulful soll es sein. Ob das gutgeht?
Music Review
Radiante Pourpre
Radiante Pourpre
Nicht ist heißer als die Tape-Ästhetik der 80er. Alle verbrennen sich die Finger daran. Außer die beiden Hommes aus Bordeaux.
Music Review
Various Artists
Studio One Supreme
Mit »Studio One Supreme« bekommt man jetzt Spätsiebziger- und Frühachtziger-Material des damaligen state of the art der Reggaeproduktion.
Music Review
Million Brazilians
Red Rose & Obsidian
Das Album des Trios aus Portland ist eines, das sich aus dem Fenster lehnt und seinen Kopf im Sturm wiederfindet
Music Review
Abra
Rose
»Rose«, das herzerwärmenden Soul mit kalten Maschinenklängen zusammenzubringende Debüt von Abra, erscheint erstmals auf Vinyl.
Music Review
Shigeto
The New Monday
Neue stilistische Facetten geben »The New Monday« von Shigeto, eine erfrischende Note. Eingefleischte Fans kommen dennoch auf ihre Kosten.
Music Review
Kelela
Take Me Apart
»Take Me Apart«, das Debütalbum von Kelela, kann sich schon mal für den Titel Pop-Album des Jahres warmlaufen.
Music Review
Iglooghost
Neō Wax Bloom
Iglooghost führt die kunterbunte Freak-Show seiner ersten EP auch auf dem Debütalbum »Neō Wax Bloom« fort.
Music Review
Wolves In The Throne Room
Thrice Woven
Wolves In the Throne Room kehren mit »Thrice Woven« zu ihren Wurzeln zurück: Black-Metal-Raserei mit Kreischen und Röcheln.
Music Review
Protomartyr
Relatives In Descent
»Relatives In Descent«, das vierte Album von Protomartyr, ist noch wütender, stoischer und dystopischer als die Vorgänger geworden.
Music Review
Kamasi Washington
Harmony Of Difference
»Harmony Of Difference«, die neue EP von Kamasi Washington, bearbeitet ein in diesen Zeiten wichtiges Thema: die Schönheit der Vielfalt.
Music Review
Greg Fox
Gradual Progression
Greg Fox findet mit »Gradual Progression« vielleicht keine Antworten im engeren Sinn. Dafür Klänge, von denen die Welt erfahren soll.
Music Review
Neddy Smith
Give It Up
Best Record Italy veröffentlicht mit »Give It Up« von Neddy Smith einen weiteren kruden, sexy und coolen Funk-Boogie.
Music Review
Jon Hassell
Fourth World Volume Two: Dream Theory In Malaya
Nur ein Jahr nach »Fourth World Volume One« veröffentlichte Jon Hassel den zweiten Teil. Er ist in vieler Hinsicht noch avancierter.
Music Review
Laraaji
Bring On The Sun
Laraaji hat der elektrisch verstärkten Zither schon vor »Bring On The Sun« ihren Platz in der Musikgeschichte gesichert.
Music Review
Godspeed You! Black Emperor
Luciferian Towers
Mit der aktuellen Verschiebung der sozialen und politischen Realitäten scheint eine neue Dringlichkeit bei GY!BE entstanden zu sein.
Music Review
Girls In Airports
Live
Girls in Airports zeigen auf »Live«, warum sie sich weder in eine Ambient- noch in eine Jazz-Schublade stecken lassen.
Music Review
Kölsch
1989
Mit »1989« schließt der Däne Kölsch seine musikalische Zeitreise ab. Das Finale ist tatsächlich der Höhepunkt dieser Trilogie.
Music Review
Kram aus der Ecke
Got Jazz, Need Money
Bei der Bingener Crew Kram aus der Ecke gilt »Got Jazz, Need Money«. Auf Albumlänge. Was lässig in Serie gehen kann.
Music Review
Cristobal And The Sea
Exitoca
Schon mit ihrem zweiten Album »Exitoca« unterziehen sich Cristobal And The Sea schon einer Generalüberholung.
Music Review
Orson Wells
Pneumatics
»Pneumatics«, das auf Live at Robert Johnson erscheinende Debütalbum von Orson Wells, ist eine futuristische Techno-Platte par excellence.
Music Review
Hypnobeat
Prototech
Hypnobeat können mit dieser Wiederveröffentlichung – zum Teil auch Erstveröffentlichung – ihrer Vergangenheit gar nicht zeitgemäßer sein.
Music Review
Beard In Dust
BAH038
Für »BAH038«, dem neuesten Release des Labels Bahnsteig 23, darf Leonid Lipelis als Beard In Dust sein Können zeigen.
Books Review
Cogitatio.Factum & Jo Preußler (Hrsg.)
The Death Of Graffiti
In The Death Of Graffiti formuliert Oliver Kuhnert eine Fundamentalkritik. Und bittet Kenner und Aktivisten zur Stellungnahme.
Music Review
Lee Ranaldo
Electric Trim
Nichts also mit müdem Alterswerk: »Electric Trim« zeigt Lee Ranaldo so flexibel und spannend, wie selten zuvor.
Music Review
Ninos du Brasil
Vida Eterna
Ninos du Brasil wirken auf ihrem dritten Album »Vida Eterna« verstörender als zuvor. Da gibt es gar kein Vertun. Zumal es klasse ist.
Music Review
Ariel Pink
Dedicated To Bobby Jameson
Nach R. Stevie Moore gräbt Ariel Pink auf »Dedicated To Bobby Jameson« ein weiteres obskures Vorbild aus.
Music Review
Odesza
A Moment Apart
Die Musik von »A Moment Apart«, dem dritten Album von Odesza, ist nicht an Musik-Connaisseure/Kritiker/alte Säcke gerichtet.
Music Review
Fink
Resurgam
Läuft jetzt zwar dem Titel »Resurgam« zuwider, aber das neue Album von Fink ist ist mehr Vollendung als Auferstehung.