Music Review | verfasst 14.07.2017
Haim
Something To Tell You
Vertigo, 2017
Text Martin Silbermann
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7.3
Redaktion
Cover Haim - Something To Tell You

Von den Jackson 5 und Walker Brothers zu Hanson und Kelly Family: musizierende Familienbande mit dem Nachnamen im Bandtitel ist im Musikgeschäft wahrlich nichts außergewöhnliches. Die drei Schwestern Este, Danielle und Alana Haim stehen mit ihren zweiten Album »Something To Tell You«, das auf den Tag genau zehn Jahre nach ihrem ersten Auftritt erscheint, somit in einer langen Ahnenreihe. Den R’n’B-informierten Pop-Rock ihres Debüts »Days Are Gone« von 2013 möbeln Haim nun mit opulenten wie einfallsreichen Studio-Tricks und einer Handvoll neuer Einflüsse auf. Zu nennen wären da einerseits George Michael, dessen »Faith« in »Ready For You« anklingt, und Janet Jackson, von deren coolem R’n’B-Vibe sich der wohl untypischste Song des Albums »Walking Away« eine dicke Scheibe abschneidet. Andererseits fällt die Nähe zu aktuellem Charts-Pop auf, was Haim nun vollkommen anschlussfähig an große Pop-Acts wie Lana Del Rey oder Taylor Swift macht. Mit Letzterer waren die Drei ja bereits auf Tour – von daher eine nachvollziehbare Entwicklung. Haim schaffen es, dabei mit viel Spielfreude und familiärem Zusammenhalt weder blutleer noch generisch zu klingen. Etwa indem Este mit einigen Slap-Bass-Einlagen (am deutlichsten im Titelstück) ihren inneren Bootsy Collins channelt oder wenn Danielle im mit Devonte Hynes geschriebenen Highlight »You Never Knew« ihren Ex-Lover fragt »Was my love too much for you to take?« und ihre Schwestern ihr mit »You couldn’t take it!« sofort den Rücken stärken. Diese bedingungslose Loyalität gehört wohl offensichtlich auch im Hause Haim zu den Vorzügen der Blutsverwandtschaft.

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