Music Review | verfasst 25.07.2017
Ross From Friends
The Outsiders EP
Magicwire, 2017
Text Lars Fleischmann
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7.6
Redaktion
Cover Ross From Friends - The Outsiders EP

Dem Süd-Londoner Ross From Friends traut man ja so einiges zu. Man braucht jedenfalls »balls« oder einen Hang zum kruden Witz um sich mit dem Namen in die weite Welt des DJ-Alltags zu begeben. Doch 90’s-Referenzen sind in und »Lo-Fi-House«, wie allenthalber die Art von House genannt wird, die Distortion, Hip-Hoppiges Sampling und Deep-House zusammenbringt, eben auch in aller Munde. Doch was verbirgt sich hinter dem Hype; um Genre und DJ. Festhalten lässt sich nach dem Genuss seiner ersten richtigen EP – und die direkt im Doppel-12inch-Format –, dass da jemand unbeeindruckt von allem einfach Musik produziert, die ihn selbst zu interessieren scheint. Verhuschte Samples, ungeschliffene Beats, Tape-Sättigung, romantisch-melancholische Synth-Hooks. Und während die Altvorderen schon wettern, dass das alles beim besten Willen nicht neu sei, sondern nur Abklatsch von Deep-House, Anno 2003 zum Beispiel, interessieren sich immer mehr für Ross From Friends oder etwa DJ Seinfeld. Haben wir es also mit einem neuen »Summer of Chillwave 2009« zu tun? Also ein Phänomen, das vor allen Dingen Kiddies (nicht bös‘ gemeint, Leude), die vorher wenig mit elektronischer Tanzmusik zu tun hatten, auf einmal auf die Dancefloors treibt? Ross – wie ich ihn jetzt einfach mal nenne – hält an der Erfolgsformel fest und schreibt sie weiter: Richtung unerforschtem Gelände. So finden sich auf »Suzinak« auch gänzlich unbekannte Soundquellen. Ist man gewohnt mit Fernsehausschnitten, Interviews oder ähnlichem VHS-artigem umspült zu werden, wartet hier auf einmal der »Orient«, das Drum-programming ist forscher, auf einmal schaut man in die Zukunft des Trends. So wird aus einer sechs Track-EP schnell auch eine Platte mit einem Hit und 5 Vor- bzw. Nachspielen. Das kann sich aber natürlich alles sehen und hören lassen, denn Geschmack ist Trumpf in der neuen Welt des »Lo-Fi-Houses«.

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