Music Review | verfasst 18.08.2017
Grizzly Bear
Painted Ruins
RCA, 2017
Text Tim Caspar Boehme
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8.3
Redaktion
Cover Grizzly Bear - Painted Ruins

Sie machen Indierock für Leute, die keinen Indierock mögen. Als Formel etwas schlicht, aber irgendwas daran trifft durchaus auf die vier Herren von Grizzly Bear zu. Und das mit dem Rock trifft vielleicht sogar am stärksten auf ihr jüngstes Opus zu: »Painted Ruins«* hat mit Songs wie »Morning Sound« einige ihrer geradlinigsten, fast krautig-motorischen Nummern im Angebot. Doch keine Angst: Der Wechsel von Warp zum Major RCA hat keine »Kommerzialisierung« als Tribut gefordert, oder wenn, dann in so geringem Maße, dass man sie vernachlässigen kann. Dafür sind die Dinge, die immer schon toll waren an dem Quartett aus Brooklyn, das inzwischen nur noch zu einem Viertel dort wohnt, geblieben: Ein Stil-Potpourri, in dem immer das eingestreut wird, was einem gerade so behagt, dazu die wunderbaren Gesangsharmonien mit Beach Boys-Aroma, die leicht exaltierte Stimme von Ed Droste und die zuverlässige Ungewissheit, was wohl im nächsten Song so kommt. Schon im dritten Titel »Four Cypresses« mit der schönen Zeile »It’s chaos, but it works« zelebrieren Grizzly Bear ihre Bewegungsfreiheit in vollendeter Form: Auch Musiker brauchen Auslauf. Vielleicht ist man von der Einmaligkeit ihres Klangs, den manche als naseweise Artrock-Attitüde ablehnen, inzwischen nicht mehr so überrascht. Schlechter geworden sind sie mit den Jahren jedoch keinesfalls. So wie sie klingen nach wie vor nur Grizzly Bear. Und dass es damit seine Richtigkeit hat, wird einem beim Hören von »Painted Ruins« spätestens klar. Sie haben gefehlt!

“»Painted Ruins« von Grizzly Bear”: findest du bei hhv.de: Vinyl LP und Vinyl 2LP
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