Music Review | verfasst 04.09.2017
Various Artists
Sweet As Broken Dates: Lost Somali Tapes
Ostinato, 2017
Text Andreas Brüning
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Redaktion
Cover Various Artists - Sweet As Broken Dates: Lost Somali Tapes

Stoische Bass-Läufe, wiegende mäandernde Perkussion, beruhigende Off-Beats, verführerische Streicher-Arrangements und tighte Gitarrenbegleitungen stützen Vintage-Keyboards und emotionale Männer- und glockenhelle Frauenstimmen in exotisch klingenden Echokammern. Die hier versammelten recht unterschiedlichen Compilation-Tracks stammen alle aus dem Somalia der 1970er und 80er Jahre. Sie sind von Soul, Jazz, Reggae oder Funk beeinflusst und bestechen durchgehend durch ihre entspannte Leichtigkeit und einen warmen und entspannten Groove. 1988 beschuldigte der damals in Somalia herrschende Autokrat Siad Barre den Sender Radio Hargeisa der Koordination des Kampfes für die Unabhängigkeit Somalilands. Um das tausende von Kassetten und Masterbänder umfassende Archiv des Senders vor der Zerstörung zu retten, schafften Radiomitarbeiter es rechtzeitig ins Ausland. Ostinato Records hat jetzt 15 Beispiele auf einer Compilation versammelt. Die Tracks wurden damals von Bands in den Nachtklubs der Hauptstadt gespielt oder entstanden als Soundtracks für das Nationaltheater. Die Musik ist bisher nie außerhalb Somalias zu hören gewesen, da sie von staatlichen Firmen ausschließlich für Radioübertragungen und Live Performances produziert, jedoch nie in größeren Auflagen verbreitet wurde. Die Compilation gibt nicht nur einen guten Überblick über die populäre Musik Somalias jener Zeit, sondern macht zudem einfach viel Spaß.

Die Compilation »Sweet As Broken Dates: Lost Somali Tapes« findest du bei hhv.de: Vinyl LP
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