Music Review | verfasst 12.09.2017
Pablo Valentino
My Son's Smile EP Ge-ology Remix
MCDE, 2017
Text Lars Fleischmann
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Redaktion
Cover Pablo Valentino - My Son's Smile EP Ge-ology Remix

Wenn man sich die letzten Jahre anschaut, so muss man schon sagen, dass der Hype um Lo-Fi-House mit sich brachte, dass Deep-House weitestgehend unter dem Radar flog. Abgesehen von den Spitzenleuten hat man seltener von Veröffentlichungen gehört, die jazz-basiert und groovy waren und gleichzeitig Wellen schlugen. Lo-Fi scheint nunmal mit mehr Sex-Appeal um die Ecke zu kommen. Das manifestiert sich schon im Bild des Produzenten-Stereotyp: Während der Deep-House-Produzent Jazz-Samples slicet und cropt, paar feine Chords mit dem Rhodes einspielt und dabei gerne mal ‘ne Tüte dreht, macht der Lo-Fi-Housler das gleiche. Nur dass er Jazz eher sporadisch besucht und sich lieber in 80er und 90er Referenzen suhlt. Genug der verkürzten Darstellung, denn Deep-House ist ja keineswegs so tot, wie ich hier einfach mal behaupte. Beweise dafür laufen Wochenende für Wochenende mit ihren prallen Plattentaschen in den Clubs auf und begeistern wie eh und je die Tanzwütigen. Garant für geschmackvollen House bleibt natürlich so eine Figur wie Motor City Drum Ensemble, dem man nicht anmerkt, dass er erst Anfang 30 ist. Schon 2008 gründete er mit Pablo Valentino, der ihn drei Jahre vorher auch schon auf seinem eigenen Label Faces rausbrachte, das berüchtigte MCDE-Label. Und Label-Co-Chef pablo Valentino, ansässig im schönen Lyon, hat mindestens genauso viel Jazz, Funk und Groove im Blut wie Namensgeber und Freund MCDE. Dies beweist Pablo Valentino mit seiner ersten Platte seit vier Jahren und ebenso dem Debüt auf dem eigenen Label. Warum die lange Pause? Dies erklärt sich direkt mit dem Platten-Titel: Neben vielen kleinen Babys (seine Labels MCDE und Faces), gibt’s halt auch ein »richtiges«. Und diesem Sohn und seinem Lächeln widmet er die 12" **»My Son’s Smile EP Ge-ology Remix«**. Im Titelstück hört man dann auch das Lachen des kleinen Rackers als Sample. Und sowohl hier als auch bei den anderen drei Stücken entdeckt man die besondere Energie, die auch immer noch im deepen House versteckt ist. Hier ist so viel Soul und Liebe im Spiel, das man einfach mitgerissen wird. Also: Deep-House never dies.

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