Music Review | verfasst 19.09.2017
Ariel Pink
Dedicated To Bobby Jameson
Mexican Summer, 2017
Text Martin Silbermann
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Redaktion
Cover Ariel Pink - Dedicated To Bobby Jameson

Auch auf seinem inzwischen elften Album versucht Ariel Pink, zum komischsten aller Käuze zu werden. Ähnlich eklektisch wie auf dem Vorgänger »Pom Pom« stellt er auf »Dedicated to Bobby Jameson« Industrial-Noise neben Westcoast-Pop, Weißbrot-Funk neben Psych-Rock (dabei ist er sich im Titelstück nichtmal für Doors-Orgeln mit passendem Gitarrensolo zu schade) und perfektioniert nebenbei den kalten Synth-Wave seines Bruders im Geiste John Maus (der übrigens dieser Tage ebenfalls eine neue Scheibe am Start hat). Nach R. Stevie Moore gräbt Pink mit Bobby Jameson ein weiteres obskures Vorbild aus, um seine eigene Karriere durch das Scheitern Jamesons zu reflektieren. Mit einer flachbrüstigen Lofi-Produktion im Rücken macht es sich Ariel Pink in seiner eingesessenen Nische als verschrobener Einzelgänger weiter bequem. Pinks facettenreiches Genre-Hopping mag als checker-mäßiges l’art pour l’art abgetan werden, man könnte darin aber auch eine Art alternative Geschichtsschreibung erkennen, indem er sich eben auf fast völlig vergessene statt kanonisierte Künstler bezieht. Anders als R. Stevie Moore kann Bobby Jameson, dem Anfang der 1960er Jahre ein kometenhafter Aufstieg bescheinigt wurde, der dann allerdings ausblieb, diese späte Anerkennung nicht mehr genießen, da er bereits 2015 verstarb. Seine Musik wie sein Schicksal dürfte durch das Album nun aber einige Aufmerksamkeit erhalten – die interessanteren Geschichten haben nun einmal die Verlierer, die Verstoßenen und Marginalisierten zu erzählen.

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