Music Review | verfasst 20.10.2017
Serge Bulot
Les Legendes De Brocéliande
Camisole, 2017
Text Pippo Kuhzart
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Redaktion
Cover Serge Bulot - Les Legendes De Brocéliande

Wohin geht die Reise? Das Cover sieht schwer nach Peterchens Mondfahrt aus, der Albumtitel verweist auf einen fiktiven, mystischen Wald, irgendwo in Frankreich. Als Serge Bulots Album »Les Legendes De Brocéliande« erschien, 1981 nämlich, war der Mond bereits von Menschen betreten, der Brocéliande hingegen wird für immer unaugefunden bleiben, existiert er doch nur in der Fantasie. Ob nun Mond oder Traumwald, das Album beschwört durch Aufmachung und Musik einen Ort, der für die Allermeisten körperlich unerreichbar blieben wird. Und wie kommt man am besten überall und nirgendwo gleichzeitig hin? Richtig, nicht bewegen, Äugeln zu, und ab dafür. Bulot streut einem den fürs Wegdriften und Abheben geeigneten Ambient in die Ohren, die Streicher, Trablax und Bässe dazu sind so subtil und doch quirlig nebeneinander gestellt, dass alles in einer verwaschenen Bewegung bleibt. »Les Legendes De Brocéliande« ist dort besonders gut, wo space-ige Moog-Sounds auf erdige Percussions treffen. Dort, wo zu viel Flöte auf zu viel Fläche trifft, wird’s stellenweise ein bisschen arg Zauberwald, aber das kommt von einem, der Zwergenmarsch dem elfenhaften Schweben vorzieht. Ein ätherisch schönes Album irgendwo zwischen Leftfield-Ambient, New Age-Pathos und Electronic Jazz. Wer bisher nicht wusste, dass die Reissue dieses Albums nötig war, der weiß es nach dem ersten Hören.

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