Music Review | verfasst 13.10.2017
Juju & Jordash
Sis-Boom-Bah
Dekmantel, 2017
Text Tim Caspar Boehme
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Redaktion
Cover Juju & Jordash - Sis-Boom-Bah

Kraut-House? Kiff-Hop? Ethno-Step? Auf ihrem vierten Album haben die Amsterdamer Produzenten Juju & Jordash einen denkbar einfachen Ansatz gewählt, um zu wunderbar komplex bedröhnten Nummern zu gelangen: Angefangen hat alles mit Juju an der Gitarre und Jordash am Fender Rhodes im Studio. Klassisches Jam-Prinzip. Dazu kamen dann Synthesizer und Drumcomputer und ihre jahrelange Live-Erfahrung, mit der sie sorgfältig Schicht um Schicht aufgetragen haben. Bis neun Nummern fertig waren, die locker fließen, gezeitenmäßig anbranden, wie von sehr langer Hand geplant. Kreiselnde, trippende, oder kunstvoll eiernde Grooves. Kosmisch sowieso. Mit Polyrhythmen, in denen Steel Drums genauso wie High Life-Gitarren möglich, aber keine Dauerverpflichtung sind. Dub-Echos und kleinere Trance-Ansätze gehören ebenfalls in ihr Repertoire. Wie überhaupt Offenheit bei ihnen nicht Beliebigkeit bedeutet, sondern eine ihrer klaren Stärken ist. Dabei gelingt ihnen mit »Sis-boom-bah« der keinesfalls selbstverständliche Spagat, sehr weit draußen und zugleich im guten Sinn rund und stimmig zu klingen. Sie lassen die Dinge einfach laufen, bis sie das richtige Tempo gefunden haben, und spielen dann damit herum. Tanzen oder hören: Hier schließt sich das niemals aus. Großer Wurf.

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