Music Review | verfasst 27.10.2017
Helena Hauff
Have You Been There, Have You Seen It
Ninja Tune, 2017
Text Tim Caspar Boehme
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7.6
Redaktion
Cover Helena Hauff - Have You Been There, Have You Seen It

Melancholisch. Zurückgenommener. Auf ihrer ersten Veröffentlichung mit neuem Material seit zwei Jahren – ihr »A Tape« wurde im Frühling lediglich vom Kassetten- ins LP-Format übertragen – und der zugleich ersten »reinen« Ninja Tune-EP klingt die Hamburger Analog-Produzentin Helena Hauff zunächst einmal richtiggehend lyrisch. Im ersten Titel »Nothing Is What I Know« jedenfalls. Mit einer wehmütig hin und her irrenden dürren Melodie, störrischen Staccato-Beats und gehauchter Stimme im Hintergrund ist die knapp 8-minütige Electro-Elegie das Herz dieser Platte. In der zweiten und dritten Nummer geht es dann gleich weiter im Programm mit handgemachter Acid- und Electro-Traditionspflege. In dieser Reihenfolge. Wobei auch dort, wo erneut bewährte Genres besichtigt werden, stets ein kleiner Dreh in eine andere Richtung hinzukommt. »Continuez Mon Enfant Vous Serez Traité En Conséquence« – die Titel sind zu drei Vierteln vollständige Sätze – etwa hat eine so rau gedrechselte Acid-Gestalt, dass man fast mehr an Sheffielder Industrial als ans Chicagoer Clubwesen denken möchte. Und das »Gift« zum Beschluss lässt dann die Achtziger in all ihrer Minimal Wave-Pracht noch einmal auferstehen. Jede Synthesizerspur eine metallische Blubbersequenz, dass es die reine Freude ist. Endet eigentlich viel zu rasch.

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