Music Review | verfasst 14.11.2017
Call Super
Arpo
Houndstooth, 2017
Text Tim Caspar Boehme
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Nutzer (5)
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Redaktion
Cover Call Super - Arpo

Eigentlich ist es ja ein schlechtes Zeichen, wenn man sich an Musik nach dem Hören nicht mehr erinnern kann. Scheint dann erst einmal nicht viel Bemerkenswertes passiert zu sein. Bei Call Supers zweitem Album war nach dem ersten Durchlauf nicht viel mehr an Informationen abrufbar als »Da gibt’s ein paar Stücke mit Klarinette«. Was in der elektronischen Musik zumindest nicht an der Tagesordnung ist. Nach dem zweiten Anhören blieb immerhin so etwas wie „Da passiert eine ganze Menge, weiß aber nicht mehr, was“ zurück. Und das bei einem Produzenten, der einst mit House und Techno angefangen hat. JR Seaton bestückte allerdings auch seine Club-Tracks nicht mit erwartbaren Zutaten, sondern hat sich mehr und mehr von genrespezifischen Routinen entfernt. Zum Tanzen ist »Arpo« denn auch ziemlich sicher nicht gedacht. Klar, er benutzt repetitive Patterns, tut gelegentlich Beats drunter, so weit ist das alles nicht völlig ungewöhnlich. Gibt andererseits kaum wieder, was in den einzelnen Nummern konkret passiert. Wie da die kleinen Melodien ineinandergreifen, sich auflösen, noch einmal ganz anders und von vorn beginnen und dabei die ganze Zeit sehr unaufdringlich und ohne handfeste Ohrwurm-Anteile zu begeistern wissen. (Wer jetzt »Electronica« ruft, hat verloren.) Dass man in einer Zeit, in der für Elektronisches längst ein anything goes gilt, um Worte ringt für das, was Call Super tut, ist daher ein äußerst gutes Zeichen. Überraschen geht eben immer noch.

»Arpo« von Call Super findest du bei hhv.de: Vinyl LP
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